Kenntnisprüfung Endokrinologie: 10 Prüfungsfragen mit Lösung

Endokrinologie prüft die Achse und den Notfall. Erwartet werden die Interpretation von Schilddrüsen-, Kortisol- und Kalziumwerten, das Erkennen von thyreotoxischer Krise, Nebennierenkrise und Myxödemkoma sowie die Hormonersatztherapie ohne Schaden. Viele Fragen verlangen den nächsten Test statt der Diagnose, deshalb entscheiden die Bestätigungsdiagnostik und die Reihenfolge der Untersuchungen. Die Prüfung achtet darauf, dass keine Hormontherapie ohne gesicherte Diagnose beginnt und dass die Kontrolle der Werte geplant wird.

Typische Fehler

  • Levothyroxin geben, bevor eine Nebenniereninsuffizienz bei Müdigkeit und Hyponatriämie ausgeschlossen ist.
  • Ein erniedrigtes TSH als Hyperthyreose behandeln, ohne freies T4 und Klinik zu prüfen.
  • Die Nebennierenkrise übersehen und Hydrocortison sowie Flüssigkeit verzögern.
  • Hyperkalzämie oder Hyponatriämie zu schnell korrigieren.

Maßgebliche Leitlinie: Die Prüfung folgt den AWMF-Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie und den Nationalen Versorgungsleitlinien, etwa zum Typ-2-Diabetes und zur Schilddrüse.

Zehn Fragen im Stil der Kenntnisprüfung aus der Endokrinologie, jeweils mit Lösung und Begründung. Sie stammen aus dem Fragenkatalog von DE.med, der allein in der Endokrinologie 26 Fragen enthält.

Kostenloser Test mit Zeitlimit

  1. 1 / 10

    Ein 58-jähriger Patient berichtet über rezidivierendes Sodbrennen und saures Aufstoßen, besonders im Liegen nach fettreichen Mahlzeiten. Die Endoskopie zeigt eine erosive Ösophagitis Los-Angeles-Grad B.

    Welche Behandlung ist initial am besten geeignet?

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    Lösung: A. Protonenpumpenhemmer in Standarddosis für etwa 4 bis 8 Wochen.

    Begründung: Eine erosive Refluxösophagitis wird initial mit einem Protonenpumpenhemmer in Standarddosis behandelt, üblicherweise über etwa 4 bis 8 Wochen. Bei anhaltenden Beschwerden werden Einnahmezeitpunkt, Adhärenz und Diagnose überprüft, bevor eine Dosissteigerung oder weitere Diagnostik erwogen wird. Antazida können Symptome kurzfristig lindern, heilen eine erosive Ösophagitis aber nicht zuverlässig ab.

    • B. Eine Operation kommt bei ausgewählten Patienten nach Abklärung und nicht routinemäßig als erste Maßnahme infrage.
    • C. Antazida können Beschwerden kurzfristig lindern, sind bei erosiver Ösophagitis aber keine verlässliche Abheilungstherapie.
    • D. Eine Eradikation behandelt eine nachgewiesene H.-pylori-Infektion, nicht die erosive Refluxösophagitis.

    Quellen: Endocrine Society Guidelines

  2. 2 / 10

    Eine 38-jährige Patientin präsentiert sich mit Stammfettsucht, Striae rubrae, Vollmondgesicht und arterieller Hypertonie. Es besteht der Verdacht auf ein endogenes Cushing-Syndrom (Hypercortisolismus).

    Welcher Test eignet sich NICHT zum Screening/Bestätigung?

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    Lösung: D. Basales ACTH am Morgen

    Begründung: Zum initialen Screening auf ein endogenes Cushing-Syndrom eignen sich der 1-mg-Dexamethason-Hemmtest, wiederholte Messungen des freien Cortisols im 24-Stunden-Urin oder spätabendliches Speichelcortisol. Ein basales ACTH wird erst nach bestätigtem Hyperkortisolismus zur Ursachenabklärung bestimmt. Ein einzelner auffälliger Screeningtest sollte fachgerecht bestätigt werden.

    • A. Der 1-mg-Dexamethason-Hemmtest gehört zu den etablierten Erstlinientests zum Nachweis eines Hyperkortisolismus.
    • B. Das freie Cortisol im 24-Stunden-Sammelurin ist ein etablierter Screeningtest, der meist wiederholt bestimmt wird.
    • C. Spätabendliches Speichelcortisol prüft den Verlust des normalen zirkadianen Cortisolabfalls und gehört zu den Screeningtests.

    Quellen: DGE Leitlinie Cushing

  3. 3 / 10

    Bei einer 45-jährigen Patientin mit rezidivierenden Oberbauchbeschwerden wird im Atemtest eine Helicobacter-pylori-Infektion nachgewiesen. Sie hatte bislang keine Eradikationstherapie.

    Welche Eradikationstherapie ist nach der deutschen S2k-Leitlinie als Erstlinie vorgesehen?

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    Lösung: B. Bismuthaltige Quadrupeltherapie für mindestens 10 Tage

    Begründung: Bei nachgewiesener Helicobacter-pylori-Infektion wird in Deutschland als Erstlinie eine Bismuthaltige Quadrupeltherapie für mindestens 10 Tage empfohlen. Sie kombiniert Säurehemmung, Bismut und zwei Antibiotika. Eine ungezielte Clarithromycin-Dreifachtherapie ist angesichts der Resistenzlage nicht die Standardwahl; nach Therapie soll der Eradikationserfolg kontrolliert werden.

    • A. Eine Clarithromycin-haltige Therapie sollte wegen Resistenzrisiko nicht unkritisch ohne Resistenzprüfung eingesetzt werden.
    • C. Ein PPI lindert die Säurebeschwerden, beseitigt die Helicobacter-pylori-Infektion aber nicht.
    • D. Eine Monotherapie mit Amoxicillin eradiziert Helicobacter pylori nicht zuverlässig und begünstigt Resistenzselektion.

    Quellen: S3-Leitlinie Schilddrüsenkarzinom

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  5. 4 / 10

    Bei einer 29-jährigen Schwangeren in der 26. SSW wird ein 75g-oraler Glukosetoleranztest (oGTT) durchgeführt. Die gemessenen Plasma-Glukosewerte im venösen Fluoridplasma lauten: Nüchtern: 95 mg/dl, nach 1 Stunde: 185 mg/dl, nach 2 Stunden: 148 mg/dl.

    Wie ist dieser Befund gemäß den deutschen Leitlinien zu interpretieren und welche therapeutische Erstmaßnahme ist indiziert?

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    Lösung: D. Gestationsdiabetes (nüchtern ab 92 mg/dl oder 1 h ab 180 mg/dl); Erstmaßnahme sind Ernährungsberatung und Blutzuckerselbstmessung

    Begründung: Der Gestationsdiabetes (GDM) wird leitliniengemäß zwischen 24+0 und 27+6 SSW mittels eines 75g-oGTT diagnostiziert. Die Grenzwerte im venösen Plasma lauten: Nüchtern: >= 92 mg/dl (5,1 mmol/l), nach 1h: >= 180 mg/dl (10,0 mmol/l), nach 2h: >= 153 mg/dl (8,5 mmol/l). Ist mindestens einer dieser Werte erreicht oder überschritten, liegt ein GDM vor. Die Erstmaßnahme besteht in einer Ernährungsberatung und Schulung zur Blutzuckerselbstmessung (Zielwerte: nüchtern < 95 mg/dl, 1h postprandial < 140 mg/dl). Erst bei ausbleibendem Erfolg nach 1-2 Wochen erfolgt die Insulintherapie.

    • A. Falsch. Der Nüchternwert und der 1-Stunden-Wert überschreiten die Grenzwerte.
    • B. Ein manifester Diabetes erfordert höhere Nüchternwerte (>= 126 mg/dl) oder 2h-Werte (>= 200 mg/dl).
    • C. Metformin ist in Deutschland für GDM nicht primär zugelassen (Off-Label) und ersetzt nicht die primäre Diätschulung.

    Quellen: S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge

  6. 5 / 10

    Ein 62-jähriger Patient mit chronischer Niereninsuffizienz (CKD Stadium 4) klagt über zunehmende Abgeschlagenheit. Im Labor zeigt sich ein Hämoglobinwert von 8,8 g/dl bei normalen Eisen- und Ferritinspiegeln.

    Was ist die Hauptursache dieser Anämie?

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    Lösung: B. Erythropoetinmangel

    Begründung: Bei fortgeschrittener chronischer Nierenkrankheit ist ein relativer Erythropoetinmangel eine häufige Ursache einer normozytären Anämie. Vor einer Behandlung müssen zusätzliche Ursachen wie Eisenmangel, Blutverlust, Entzündung oder Vitaminmangel beurteilt werden. Eine Erythropoese-stimulierende Therapie richtet sich nach Gesamtbefund und Behandlungsziel, nicht allein nach dem Hämoglobinwert.

    • A. Bei normalen Eisen- und Ferritinwerten ist ein Eisenmangel weniger wahrscheinlich; weitere Eisenparameter und Blutverlust bleiben je nach Befund zu prüfen.
    • C. Ein Vitamin-B12-Mangel kann Anämie verursachen, ist jedoch typischerweise makrozytär und wird bei klinischem Verdacht separat geprüft.
    • D. Für eine Hämolyse fehlen hier Hinweise; Retikulozyten, LDH, Bilirubin und Haptoglobin helfen bei entsprechendem Verdacht.

    Quellen: DGE Leitlinie Phäochromozytom

  7. 6 / 10

    Bei einer 45-jährigen Patientin wird feinnadelaspirationsbioptisch ein papilläres Schilddrüsenkarzinom (pT1b, 1,5 cm, auf einen Schilddrüsenlappen begrenzt, cN0, M0) gesichert. Die Patientin hat keine Vorbestrahlung des Halses und keine familiäre Belastung für Schilddrüsenkarzinome.

    Welches operative Vorgehen entspricht den Leitlinienempfehlungen?

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    Lösung: D. Totale Thyreoidektomie oder Hemithyreoidektomie (Schilddrüsenlappenresektion) des betroffenen Lappens

    Begründung: Nach den aktuellen S3-Leitlinien zum Schilddrüsenkarzinom kann bei papillären Schilddrüsenkarzinomen im Stadium pT1 (Tumorgröße ≤ 2 cm) ohne Metastasierungszeichen (cN0, M0) eine Hemithyreoidektomie des betroffenen Lappens als ausreichendes und definitives operatives Verfahren durchgeführt werden. Eine postoperative Radioiodtherapie (RIT) ist in diesem Niedrigrisikostadium nicht indiziert. Bei größeren Tumoren (> 2 cm, pT2-4) oder nachgewiesenem Lymphknotenbefall ist die totale Thyreoidektomie mit anschließender RIT der Goldstandard.

    • A. Falsch. Eine Enukleation ist onkologisch inadäquat und führt zu sehr hohen Rezidivraten.
    • B. Falsch. Bei einem unifokalen papillären Karzinom < 2 cm (T1) ohne Lymphknotenbefall ist eine prophylaktische Lymphknotenausräumung nicht generell empfohlen.
    • C. Falsch. Dies ist eine verstümmelnde Operation, die bei cN0-Papillarkarzinomen absolut kontraindiziert ist.

    Quellen: S3-Leitlinie Schilddrüsenkarzinom

  8. 7 / 10

    Eine 28-jährige Patientin mit unerfülltem Kinderwunsch klagt über unregelmäßige Zyklen (Oligomenorrhö, Zyklen von 45 bis 60 Tagen) und verstärkten Haarwuchs im Gesichtsbereich (Hirsutismus). Sonografisch zeigen sich beidseits vergrößerte Ovarien mit jeweils mehr als 20 kleinen Follikeln in der Peripherie ('Perlenschnur-Muster'). Laborchemisch zeigt sich ein erhöhter LH/FSH-Quotient sowie erhöhtes freies Testosteron.

    Welche Diagnose liegt nach den Rotterdam-Kriterien vor und welches Medikament ist die medikamentöse First-Line-Therapie zur Ovulationsinduktion bei Kinderwunsch?

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    Lösung: A. Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS); erste Wahl zur Ovulationsinduktion ist Letrozol

    Begründung: Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist die häufigste endokrine Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Nach den Rotterdam-Kriterien müssen 2 von 3 Kriterien erfüllt sein: 1. Oligo-/Anovulation, 2. Klinischer oder laborchemischer Hyperandrogenismus, 3. Polyzystische Ovarien im Ultraschall (>= 12 bis 20 Follikel pro Ovar oder Ovarvolumen > 10 ml). Bei Kinderwunsch ist die Gewichtsreduktion bei Adipositas der erste Schritt. Die medikamentöse Ovulationsinduktion erfolgt primär mit Letrozol (in Deutschland Off-Label, aber Leitlinien-Standard) oder Clomifencitrat. Bei Insulinresistenz kann Metformin supportiv eingesetzt werden.

    • B. Falsch. Bei POF zeigen sich stark erhöhte FSH-Werte und das Fehlen von Follikeln.
    • C. AGS zeigt ebenfalls Hyperandrogenismus, wird aber durch Bestimmung von 17-OH-Progesteron abgegrenzt.
    • D. Prolaktinspiegel sind bei dieser Konstellation im Normbereich.

    Quellen: Internationale evidenzbasierte Leitlinie zur Bewertung und Behandlung des polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS); S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie des PCOS

  9. 8 / 10

    Bei einer 68-jährigen Patientin mit fortgeschrittenem Bronchialkarzinom liegt das Serumcalcium bei 3,4 mmol/l (Referenzbereich 2,15 bis 2,55 mmol/l). Sie ist somnolent und dehydriert.

    Was ist die erste therapeutische Maßnahme?

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    Lösung: D. Rehydratation mit isotoner Kochsalzlösung, danach Bisphosphonat i.v.

    Begründung: Somnolenz und Dehydratation bei Calcium 3,4 mmol/l sind eine symptomatische schwere Hyperkalzämie und erfordern eine umgehende stationäre Behandlung. Zunächst wird mit isotoner Kochsalzlösung rehydriert, sofern Herz- und Nierenfunktion dies zulassen; zusätzlich wird ein Antiresorptivum wie Zoledronat oder Denosumab eingesetzt. Die Flüssigkeitsmenge wird an Volumenstatus und Komorbiditäten angepasst, und die DVO-Osteoporoseleitlinie ist für diese Akutfrage keine passende Referenz.

    • A. Calcium würde die Hyperkalzämie verschlimmern.
    • B. Vitamin D steigert die Calciumaufnahme und ist kontraindiziert.
    • C. Thiazide senken die Calciumausscheidung und verschlechtern die Hyperkalzämie.

    Quellen: DVO Leitlinie Osteoporose

  10. 9 / 10

    Bei einem 14 Monate alten, dunkelhäutigen Kind, das ohne Vitamin-D-Prophylaxe ausschließlich vegan ernährt wurde, fallen eine verzögerte motorische Entwicklung, ein watschelnder Gang und O-Beine auf. Zudem lässt sich bei der Palpation des Schädels ein weiches Nachgeben der Knochen im Bereich der Lambdanaht feststellen.

    Welche pathophysiologischen Laborveränderungen bezüglich Parathormon (PTH), Calcium und Phosphat im Serum sind bei dieser manifesten Vitamin-D-Mangel-Rachitis im voll ausgebildeten Stadium II charakteristisch?

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    Lösung: A. PTH erhöht, Calcium meist normal oder leicht erniedrigt und Phosphat erniedrigt; der sekundäre Hyperparathyreoidismus steigert den renalen Phosphatverlust

    Begründung: Die Vitamin-D-Mangel-Rachitis (Verkalkungsstörung der Wachstumsfugen) verläuft in drei Stadien. Im Stadium I führt der Mangel an 1,25-(OH)2-Vitamin D3 zu einer verminderten intestinalen Calciumabsorption und damit zum Abfall des ionisierten Calciums im Serum. Im Stadium II (manifeste Rachitis) reagiert die Nebenschilddrüse auf das niedrige Calcium mit einer massiven Ausschüttung von Parathormon (sekundärer Hyperparathyreoidismus). PTH mobilisiert Calcium aus dem Knochen und steigert die renale Calciumretention, wodurch das Serum-Calcium wieder normalisiert (oder fast normalisiert) wird. Gleichzeitig hemmt PTH jedoch die renale Rückresorption von Phosphat, was zu einer ausgeprägten Hypophosphatämie führt. Die Kombination aus niedrigem Phosphat und normalem/niedrigem Calcium verhindert die Mineralisation des Knochens. Im Stadium III dekompensiert das System (schwere Hypokalzämie mit Tetanie).

    • B. Falsch. Vitamin-D-Mangel führt nicht zu Hyperkalzämie.
    • C. Dies wäre die Konstellation eines primären Hypoparathyreoidismus.
    • D. Bei manifester Vitamin-D-Mangel-Rachitis mit sekundärem Hyperparathyreoidismus ist das PTH erhöht und das Phosphat durch renalen Verlust erniedrigt, nicht normal bzw. erhöht.

    Quellen: DGKJ S2k Leitlinie Rachitisprophylaxe; Duale Reihe Pädiatrie

  11. 10 / 10

    Ein 8-jähriges Mädchen wird somnolent in der Notaufnahme vorgestellt. Die Eltern berichten, dass das Kind in den letzten zwei Wochen sehr viel getrunken hat (Polydipsie), ständig Wasserlassen musste (Polyurie) und 3 kg Gewicht verloren hat. Die Atmung ist tief und beschleunigt (Kussmaul-Atmung) und riecht süßlich-fruchtig (nach Aceton). Der Blutzucker beträgt 450 mg/dl, das Serum-pH liegt bei 7,05, Bikarbonat bei 8 mmol/l, Ketone im Urin sind stark positiv.

    Welcher akute Notfall liegt vor, und welche neurologische Komplikation muss während der Behandlung engmaschig überwacht werden?

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    Lösung: A. Diabetische Ketoazidose; zerebrale Krise mit Hirnödem

    Begründung: Die Hyperglykämie mit Ketonen, niedrigem pH und niedrigem Bikarbonat zeigt eine diabetische Ketoazidose. Eine seltene, lebensbedrohliche Komplikation ist die zerebrale Krise mit Hirnödem. Das Risiko ist unter anderem mit schwerer Azidose und ausgeprägter Dehydratation verbunden; die Entstehung ist komplex und nicht allein durch die Infusionsgeschwindigkeit erklärbar. Die Behandlung erfolgt mit isotonischer Flüssigkeit und zeitgerecht begonnener Insulininfusion unter engmaschiger neurologischer Überwachung.

    • B. Falsch. Der Blutzucker ist massiv erhöht, es liegt eine diabetische Ketoazidose vor.
    • C. Das hyperosmolare Koma tritt typischerweise bei Typ-2-Diabetikern auf und zeigt keine schwere Azidose/Ketonurie.
    • D. Eine Laktatazidose zeigt keine derart ausgeprägte Ketonurie und Hyperglykämie; das klinische und laborchemische Bild mit Polyurie, Polydipsie, Gewichtsverlust, stark erhöhtem Blutzucker und Acetongeruch ist beweisend für eine diabetische Ketoazidose.

    Quellen: S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter; ISPAD Clinical Practice Consensus Guidelines: Diabetic ketoacidosis

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