Kenntnisprüfung Gynäkologie & Geburtshilfe: 10 Prüfungsfragen mit Lösung

Zehn Fragen im Stil der Kenntnisprüfung aus der Gynäkologie & Geburtshilfe, jeweils mit Lösung und Begründung. Sie stammen aus dem Fragenkatalog von DE.med, der allein in der Gynäkologie & Geburtshilfe 100 Fragen enthält.

  1. 1 / 10

    Eine 24-jährige Frau nimmt nach einer Kondompanne Ulipristalacetat (EllaOne) zur Notfallkontrazeption ein.

    Was muss sie bezüglich ihrer normalen Pille beachten?

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    Lösung: A. 5 Tage mit der Pille pausieren und bis zur nächsten Blutung zusätzlich mit Kondom verhüten

    Begründung: Ulipristalacetat (EllaOne) ist ein selektiver Progesteronrezeptor-Modulator. Da reguläre hormonelle Kontrazeptiva Gestagene enthalten, können sie sich gegenseitig am Rezeptor kompetitiv hemmen. Daher muss die Pille zwar fortgeführt werden, jedoch sind für 5 Tage zusätzliche Barrieremethoden erforderlich.

    • B. Absetzen der Pille führt zu Entzugsblutungen und zusätzlicher Zyklusinstabilität.
    • C. Es besteht ohne Kondome das Risiko einer Wirkungsminderung der regulären Pille.
    • D. Eine doppelte Dosis erhöht nur Nebenwirkungen, hebt die Rezeptorkonkurrenz aber nicht auf.

    Quellen: Fachinformation EllaOne; S3-Leitlinie Hormonelle Empfängnisverhütung

  2. 2 / 10

    Eine 34-jährige Erstgebärende in der 36+2 SSW wird wegen heftiger Kopfschmerzen, Augenflimmern und Übelkeit in den Kreißsaal eingewiesen. Blutdruck: 165/105 mmHg, Proteinurie im 24h-Sammelurin: 3,5 g. Die Muskeleigenreflexe sind gesteigert, ein persistierender Fußklonus ist auslösbar. Unter der Untersuchung erleidet die Patientin einen tonisch-klonischen Krampfanfall.

    Welches Medikament ist das Mittel der ersten Wahl zur Akuttherapie und Rezidivprophylaxe dieses eklamptischen Krampfanfalls, und welches Antidot muss bei einer Überdosierung am Bett der Patientin bereitgehalten werden?

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    Lösung: D. Magnesiumsulfat (MgSO4) intravenös; Antidot: Calciumgluconat

    Begründung: Bei einem eklamptischen Krampfanfall ist Magnesiumsulfat (MgSO4) das Mittel der ersten Wahl zur Anfallsdurchbrechung und zur Rezidivprophylaxe (Dosierung: 4 g i.v. als Kurzinfusion, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 1 bis 2 g/h i.v.). Es stabilisiert die Zellmembranen im ZNS und senkt das Risiko für weitere Krampfanfälle im Vergleich zu Diazepam oder Phenytoin signifikant. Da Magnesium renal eliminiert wird, muss engmaschig auf Intoxikationszeichen geachtet werden: Ausfall des Patellarsehnenreflexes (PSR), Atemfrequenz < 12/min, Oligurie. Bei Überdosierung muss unverzüglich 10 %iges Calciumgluconat i.v. verabreicht werden.

    • A. Falsch. Diazepam kann bei eklamptischen Anfällen eingesetzt werden, wenn MgSO4 kontraindiziert oder nicht wirksam ist, ist aber aufgrund höherer Rezidivraten und neonataler Atemdepression nicht die erste Wahl.
    • B. Falsch. Phenytoin ist in dieser Indikation Magnesiumsulfat klinisch unterlegen und Acetylcystein ist kein Antidot für Phenytoin.
    • C. Falsch. Valproat ist in der Schwangerschaft hochgradig teratogen und im eklamptischen Anfall nicht das Mittel der ersten Wahl.

    Quellen: S2k-Leitlinie Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen: Diagnostik und Therapie; DGGG, OEGGG, SGGG-Empfehlungen zur Eklampsietherapie

  3. 3 / 10

    Eine 33-jährige Patientin stellt sich wegen starker, schmerzhafter Regelblutungen (Hypermenorrhö und Dysmenorrhö) vor, die zu einer leichten Eisenmangelanämie (Hb 10,8 g/dl) geführt haben. Sie berichtet zudem von einem seit zwei Jahren unerfüllten Kinderwunsch. Sonografisch zeigt sich ein einzelnes submuköses Uterusmyom (FIGO-Klassifikation Typ 0, d. h. vollständig intrakavitär gestielt) mit einem Durchmesser von 3,5 cm. Das restliche Myometrium stellt sich unauffällig dar.

    Welche therapeutische Maßnahme ist bei dieser Patientin mit Kinderwunsch und klinisch symptomatischem submukösem Myom die Methode der ersten Wahl?

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    Lösung: D. Hysteroskopische Myomresektion (transzervikal) unter Schonung des umliegenden Endometriums

    Begründung: Uterusmyome sind die häufigsten gutartigen Tumoren der Frau im gebärfähigen Alter. Nach der FIGO-Klassifikation werden sie anhand ihrer Lokalisation eingeteilt: Submukös (Typ 0 bis 2), intramural (Typ 3 bis 4), subserös (Typ 5 bis 7). Submuköse Myome sind am stärksten mit Fertilitätsstörungen (Implantationsversagen, Aborte) und Hypermenorrhö assoziiert. Bei symptomatischen submukösen Myomen (FIGO Typ 0 und 1, bedingt auch Typ 2) und bestehendem Kinderwunsch ist die hysteroskopische Myomresektion die Therapie der ersten Wahl. Hierbei wird das Myom unter Sicht mittels einer elektrischen Schlinge stückweise abgetragen. Bei intramuralen oder subserösen Myomen erfolgt die Enukleation meist laparoskopisch oder per Laparotomie. Nach einer Myomenukleation mit Eröffnung des Cavum uteri muss eine anschließende Schwangerschaft wegen des Risikos einer Uterusruptur unter der Geburt primär per Sectio caesarea entbunden werden; bei rein submuköser/intrakavitärer hysteroskopischer Resektion ohne tiefe Myometriumverletzung ist eine vaginale Geburt meist möglich.

    • A. Falsch. Eine Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) verbietet sich bei einer Patientin mit Kinderwunsch von selbst.
    • B. Falsch. Die Myomembolisation führt zu einer Ischämie des Uterus. Sie ist bei bestehendem Kinderwunsch relativ kontraindiziert, da sie das Risiko für ovarielle Insuffizienz, Plazentationsstörungen und Fehlgeburten in nachfolgenden Schwangerschaften erhöhen kann.
    • C. Falsch. GnRH-Analoga senken zwar das Myomvolumen, führen jedoch zu einem hypogonadotropen Hypogonadismus (künstliche Wechseljahre). Eine Schwangerschaft ist unter der Therapie unmöglich; nach Absetzen kommt es meist zum Rezidiv (Regrowth). Sie dienen maximal der präoperativen Verkleinerung für 3-6 Monate.

    Quellen: S2k-Leitlinie Indikation und Durchführung der Hysterektomie bei gutartigen Erkrankungen des Uterus; DGGG-Stellungnahme zur Therapie von Uterusmyomen bei Kinderwunsch

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  5. 4 / 10

    Beurteilung von Kontraindikationen für die Pille danach (Notfallkontrazeption) bei einer 22-jährigen Patientin.

    Was ist KEINE Kontraindikation für die Pille danach?

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    Lösung: C. Adipositas mit einem BMI über 30 kg/m²

    Begründung: Adipositas (BMI > 30 kg/m²) stellt keine absolute Kontraindikation für die Notfallkontrazeption mit Levonorgestrel dar, wenngleich die Wirksamkeit bei höherem Körpergewicht vermindert sein kann. Eine bestehende Schwangerschaft kann durch Levonorgestrel nicht abgebrochen werden.

    • A. Eine bereits bestehende Schwangerschaft ist eine Kontraindikation, da LNG nicht abtreibend wirkt.
    • B. Schwere Lebererkrankungen beeinträchtigen den Steroidabbau erheblich.
    • D. Bekannte Überempfindlichkeit ist eine absolute Kontraindikation.

    Quellen: S3-Leitlinie Hormonelle Empfängnisverhütung

  6. 5 / 10

    Eine 27-jährige Patientin klagt über seit Jahren bestehende, zunehmende Unterbauchschmerzen, die zyklusabhängig kurz vor und während der Menstruation extrem stark ausgeprägt sind (sekundäre Dysmenorrhö). Zudem berichtet sie über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) und gelegentlich schmerzhaften Stuhlgang während der Periode (Dyschezie). Bisherige Therapieversuche mit Ibuprofen zeigten keine ausreichende Wirkung. Ein Kinderwunsch besteht aktuell nicht.

    Welche diagnostische Maßnahme ist der Goldstandard zur definitiven Diagnosesicherung der Endometriose und welche medikamentöse Erstlinientherapie wird empfohlen?

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    Lösung: D. Laparoskopie mit histologischer Sicherung; Dienogest oder ein kombiniertes orales Kontrazeptivum im Langzyklus

    Begründung: Endometriose ist definiert als das Vorkommen von endometriumähnlichem Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle. Die Herde verhalten sich hormonabhängig und bluten zyklisch mit, was zu aseptischen Entzündungsreaktionen führt. Die Leitsymptome sind Dysmenorrhö, Dyspareunie, Dysurie, Dyschezie und chronische Unterbauchschmerzen sowie Sterilität. Diagnostischer Goldstandard ist die Laparoskopie mit histologischer Sicherung. Die medikamentöse Therapie zielt auf die Unterdrückung der ovariellen Östrogenproduktion ab. First-Line-Optionen bei Schmerzen (und ohne aktuellen Kinderwunsch) sind Gestagene (insb. Dienogest 2 mg/Tag) oder kombinierte orale Kontrazeptiva (KOK) im Langzyklus (ohne Pillenpause), um die Proliferation der Endometrioseherde zu hemmen und Schmerzfreiheit durch Amenorrhö zu erzielen.

    • A. Falsch. Die Sonographie kann tiefe infiltrierende Endometriose oder Endometriome (Schokoladenzysten) nachweisen, schließt kleinere Endometrioseherde im Peritoneum jedoch nicht aus. NSAR lindern nur Symptome, therapieren aber nicht die hormonabhängige Erkrankung.
    • B. Falsch. CA-125 ist unspezifisch erhöht und zur primären Diagnosesicherung ungeeignet. GnRH-Analoga führen zu schweren hypoöstrogenen Nebenwirkungen (Osteoporose, Hitzewallungen) und sind wegen dieser Nebenwirkungen ohne Add-back-Therapie nicht als Erstlinientherapie über 2 Jahre zugelassen.
    • C. Falsch. Eine Kupferspirale kann durch lokale Entzündungsreaktionen Dysmenorrhö und Schmerzen bei Endometriose sogar verstärken; indiziert sind hormonelle Kontrazeptiva.

    Quellen: S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Endometriose; DGGG, OEGGG, SGGG-Leitlinien zur Endometriose

  7. 6 / 10

    Eine 55-jährige Patientin stellt sich wegen seit Monaten bestehendem, quälendem Juckreiz und Brennen im Bereich der Vulva vor. Der Juckreiz störe sie vor allem nachts massiv. Beim Geschlechtsverkehr habe sie starke Schmerzen (Dyspareunie). Bei der Inspektion des Genitales zeigt sich die Haut der großen und kleinen Schamlippen sowie des Perineums porzellanartig weißlich verfärbt und dünn ('pergamentartig'). Es zeigen sich Hauteinrisse (Fissuren) sowie eine deutliche Schrumpfung der kleinen Schamlippen. Die Veränderung erstreckt sich in Form einer symmetrischen Achter-Figur um die Vulva und die perianale Region.

    Welche Diagnose liegt am wahrscheinlichsten vor, wie wird die Diagnose endgültig gesichert und wie sieht das primäre medikamentöse Therapieregime aus?

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    Lösung: D. Lichen sclerosus; Sicherung durch Stanzbiopsie (Ausschluss eines Karzinoms); topisch hochpotentes Glukokortikoid (z. B. Clobetasol 0,05 %)

    Begründung: Lichen sclerosus (et atrophicus) ist eine chronisch-entzündliche, wahrscheinlich autoimmun bedingte Erkrankung des Bindegewebes, die vorwiegend die anogenitale Region bei Frauen in der Postmenopause betrifft. Leitsymptom ist ein quälender chronischer Pruritus (Juckreiz), Dyspareunie und brennende Schmerzen. Typisch sind elfenbein- oder porzellanfarbene, atrophische Plaques ('Pergamenthaut'), Fissuren, Einengung des Introitus und die Resorption der kleinen Labien. Die Läsionen betreffen häufig symmetrisch Vulva und Anus (sog. 'Achter-Figur' oder 'Sanduhr-Form'). Zur Diagnosesicherung und zum Ausschluss einer VIN (Vulväre intraepitheliale Neoplasie) oder eines invasiven Vulvakarzinoms wird eine Biopsie empfohlen. Die Therapie erfolgt primär mit hochpotenten topischen Kortikosteroiden (Clobetasolpropionat 0,05 % Salbe). Eine lebenslange Nachsorge (1-2x jährlich Selbstkontrolle, jährliche ärztliche Kontrolle) ist wegen des Entartungsrisikos zum Plattenepithelkarzinom (ca. 4 %) notwendig.

    • A. Falsch. Candidose verursacht akuten Pruritus und Rötung, führt jedoch nicht zu chronischer Atrophie, Schrumpfung der Schamlippen oder der typischen weißlichen pergamentartigen Hautstruktur.
    • B. Falsch. Feigwarzen (Condylome) präsentieren sich als exophytische, blumenkohlartige Wucherungen (verursacht durch HPV 6/11), nicht als flache, weiße atrophische Areale.
    • C. Falsch. Vitiligo führt zu rein kosmetischen Depigmentierungen ohne Juckreiz, Gewebeatrophie, Fissuren, Vernarbungen oder Schmerzen.

    Quellen: S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Lichen sclerosus; European Guideline for the Management of Lichen Sclerosus

  8. 7 / 10

    Eine 26-jährige Patientin leidet seit Jahren unter verstärkten Schmerzen während der Menses, tiefen Unterbauchschmerzen beim Geschlechtsverkehr und schmerzhaftem Stuhlgang.

    Diagnose soll vorrangig besprochen werden?

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    Lösung: B. Endometriose

    Begründung: Die Kombination aus Dysmenorrhoe, Dyspareunie und Dyschezie ist hochverdächtig auf eine Endometriose. Diagnostischer Goldstandard zur Verifizierung ist die Laparoskopie mit Biopsie und Histologie.

    • A. Das prämenstruelle Syndrom verläuft ohne organische Befunde wie tiefe Dyspareunie oder Dyschezie.
    • C. Harnwegsinfekte zeigen Dysurie und Pollakisurie ohne zyklische Dysmenorrhoe.
    • D. Appendizitis ist eine akute Erkrankung und erklärt keine jahrelang rezidivierenden Beschwerden.

    Quellen: S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Endometriose

  9. 8 / 10

    Eine 22-jährige Frau wünscht nach Verhütungspanne vor 90 Stunden (innerhalb von 5 Tagen) eine Notfallkontrazeption.

    Welches Medikament ist angezeigt?

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    Lösung: C. Ulipristalacetat (EllaOne)

    Begründung: Ulipristalacetat (EllaOne) kann bis zu 120 Stunden (5 Tage) nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden und ist Levonorgestrel (nur bis 72 Stunden) in diesem Zeitfenster überlegen.

    • A. Levonorgestrel ist nur bis maximal 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr zugelassen.
    • B. Eine doppelte Kombinationspille ist obsolet und weniger wirksam als EllaOne.
    • D. Ohne Notfallkontrazeption besteht ein hohes Risiko einer ungewollten Schwangerschaft.

    Quellen: S3-Leitlinie Hormonelle Empfängnisverhütung

  10. 9 / 10

    Eine 34-jährige Patientin mit unerfülltem Kinderwunsch klagt über verstärkte und verlängerte Regelblutungen (Hypermenorrhö und Menorrhagie) sowie Dysmenorrhö. Transvaginal zeigt sich ein 3,5 cm großes, submuköses Myom (FIGO-Klassifikation Typ 1), das das Cavum uteri deutlich deformiert.

    Welche Therapieform ist bei dieser Patientin mit aktivem Kinderwunsch die Methode der Wahl?

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    Lösung: A. Hysteroskopische Myomektomie (operative Entfernung des Myoms per Hysteroskop)

    Begründung: Submuköse Myome (Typ 0, 1 und 2 nach FIGO) sind eine häufige Ursache für Menorrhagien und Sterilität/Infertilität. Bei Kinderwunsch ist der Erhalt des Uterus und des funktionellen Endometriums essenziell. Die hysteroskopische Myomektomie ist bei Myomen < 4 bis 5 cm der therapeutische Goldstandard. Sie führt zu einer signifikanten Verbesserung der Schwangerschaftsraten. Nicht-kurative Verfahren wie die Uterusarterienembolisation (UAE) oder der hochfokussierte Ultraschall (HIFU) sind bei aktivem Kinderwunsch aufgrund ungeklärter Auswirkungen auf das Myometrium und Endometrium nicht Mittel der ersten Wahl.

    • B. Die UAE ist bei Kinderwunsch relativ kontraindiziert, da sie das Risiko für ovarielles Versagen, Plazentationsstörungen und Fehlgeburten erhöht.
    • C. GnRH-Analoga führen zu einem hypoöstrogenen Zustand (künstliche Wechseljahre) und sind bei Kinderwunsch ungeeignet (nur präoperativ kurzzeitig sinnvoll).
    • D. Die Zerstörung des Endometriums führt zur Unfruchtbarkeit und ist bei Kinderwunsch streng kontraindiziert.

    Quellen: S2k-Leitlinie Indikation und Durchführung der Hysterektomie bei benignen Erkrankungen; Stellungnahme der DGGG zu Myomen und Kinderwunsch

  11. 10 / 10

    Eine 72-jährige Patientin stellt sich mit einem seit Monaten bestehenden, therapieresistenten Pruritus im Bereich der Schamlippen vor. Bei der Inspektion zeigt sich eine 2 cm große, leicht erhabene, weißliche Plaque mit zentraler Ulzeration an der rechten großen Schamlippe.

    Welche Maßnahme zur Abklärung ist als NÄCHSTES zwingend erforderlich und welches ist der häufigste histologische Typ bei dieser Erkrankung?

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    Lösung: B. Histologische Sicherung mittels einer repräsentativen Stanzbiopsie (Knipsbiopsie) der Läsion; häufigster Typ: Plattenepithelkarzinom

    Begründung: Das Vulvakarzinom ist das vierthäufigste Genitalkarzinom der Frau, Betroffene sind meist ältere Patientinnen (Altersgipfel 70-75 Jahre). Symptome wie chronischer Pruritus oder Brennen werden oft fälschlicherweise als Pilzinfektion therapiert. Jede chronische Läsion, Ulzeration oder Plaque der Vulva muss biopsiert werden (Stanzbiopsie). Histologisch handelt es sich in über 90 % der Fälle um ein Plattenepithelkarzinom. Risikofaktoren sind chronisch-dystrophische Hautveränderungen (wie der Lichen sclerosus) oder bei jüngeren Frauen eine HPV-Infektion (meist HPV 16/18).

    • A. Falsch. Kortison lindert zwar Lichen sclerosus (Präkanzerose), darf bei V.a. ein Karzinom eine histologische Sicherung jedoch nicht verzögern.
    • C. Ein zytologischer Abstrich ist an der keratinisierten Vulvahaut zur Diagnosesicherung unzuverlässig; eine Biopsie ist nötig.
    • D. Falsch. Vor einer radikalen Operation muss die Dignität histologisch gesichert sein.

    Quellen: S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Vulvakarzinoms und seiner Vorstufen

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