Kenntnisprüfung Pharmakotherapie: 10 Prüfungsfragen mit Lösung

Pharmakotherapie prüft Verordnen als klinische Handlung. Erwartet werden die Auswahl nach Indikation, die Anpassung an Nieren- und Leberfunktion und das Erkennen von Interaktionen und Nebenwirkungen. Dazu kommen die Dosierung im Alter, therapeutisches Drug Monitoring und die Arzneimitteltherapiesicherheit im Krankenhaus. Die Frage zielt oft darauf, was bei einem unerwünschten Ereignis als Nächstes zu tun ist. Die Prüfung erwartet außerdem, dass Sie die Verordnung im Entlassbrief und im Medikationsplan nachvollziehbar dokumentieren.

Typische Fehler

  • Verordnen ohne Nierenfunktion, Schwangerschaftsstatus und Begleitmedikation zu prüfen.
  • Klassische Nebenwirkungen nicht erkennen, etwa Angioödem unter ACE-Hemmern oder Blutung unter Antikoagulation.
  • Ein Arzneimittel, das den Schaden verursacht hat, weitergeben, statt es abzusetzen und zu dokumentieren.
  • Breitspektrumantibiotika einsetzen, obwohl eine gezielte Therapie möglich ist.

Maßgebliche Leitlinie: Die Prüfung folgt den Fachinformationen, den AWMF-Leitlinien zur Arzneimitteltherapiesicherheit und den Empfehlungen der AkdÄ.

Zehn Fragen im Stil der Kenntnisprüfung aus der Pharmakotherapie, jeweils mit Lösung und Begründung. Sie stammen aus dem Fragenkatalog von DE.med, der allein in der Pharmakotherapie 17 Fragen enthält.

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  1. 1 / 10

    Eine 67-jährige Patientin leidet unter einer schweren depressiven Episode. Sie beklagt stärkste Einschlaf- und Durchschlafstörungen sowie einen ausgeprägten Appetitverlust mit einem Gewichtsverlust von 6 kg in den letzten 4 Wochen. Sie wünscht eine medikamentöse Therapie.

    Welches Antidepressivum ist aufgrund seines pharmakologischen Profils bei dieser Patientin besonders geeignet?

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    Lösung: B. Mirtazapin

    Begründung: Mirtazapin kann bei Depression mit ausgeprägter Schlaflosigkeit und Appetitverlust wegen seiner häufig sedierenden und appetitsteigernden Wirkung erwogen werden. Diese Eigenschaften sind mögliche Vorteile, aber auch Nebenwirkungen, insbesondere bei ohnehin erhöhtem Gewicht oder Tagesschläfrigkeit. Die Auswahl eines Antidepressivums richtet sich nach dem gesamten klinischen Profil und den Präferenzen der Patientin.

    • A. Fluoxetin wirkt antriebssteigernd und anorektisch (appetitmindernd), was die Schlafstörungen und den Gewichtsverlust weiter verschärfen würde.
    • C. Venlafaxin kann Übelkeit und Schlafstörungen verursachen; es ist nicht für Appetitsteigerung oder Sedierung bekannt.
    • D. Reboxetin wirkt noradrenerg und kann aktivierend sein; es ist keine bevorzugte Wahl bei ausgeprägter Schlaflosigkeit und Gewichtsverlust.

    Quellen: S3-Leitlinie Unipolare Depression

  2. 2 / 10

    Ein 26-jähriger Patient stellt sich mit seit 6 Wochen bestehendem Verfolgungswahn (fühlt sich vom Geheimdienst überwacht) und akustischen Halluzinationen (kommentierende Stimmen) vor. Es ist die erste psychotische Episode des Patienten. Somatische und substanzinduzierte Ursachen wurden ausgeschlossen.

    Nach welchen Grundsätzen sollte das Antipsychotikum bei einer ersten psychotischen Episode ausgewählt werden und worüber ist vor Therapiebeginn aufzuklären?

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    Lösung: A. Ein Antipsychotikum nach gemeinsam abgewogener Auswahl beginnen; über mögliche motorische, metabolische, kardiale und sexuelle Nebenwirkungen sowie Kontrollen aufklären

    Begründung: Bei einer ersten psychotischen Episode ist ein Antipsychotikum Teil der Behandlung, die Auswahl erfolgt gemeinsam und berücksichtigt Zielsyndrom, bisherige Erfahrungen, Begleiterkrankungen und Präferenzen. Aufzuklären ist über mögliche motorische, metabolische, kardiale und hormonelle Nebenwirkungen; vor Beginn werden nach aktueller S3-Leitlinie Labordiagnostik und EKG durchgeführt. Eine pauschale Bevorzugung aller Antipsychotika der zweiten Generation ist nicht angezeigt.

    • B. Haloperidol kann eine Option sein, ist aber nicht für jede Erstmanifestation zwingend vorzuziehen; Agranulozytose ist vor allem mit Clozapin verbunden.
    • C. Clozapin ist bei Therapieresistenz oder besonderen Indikationen vorgesehen und verlangt vorgeschriebene Blutbildkontrollen.
    • D. Diazepam kann Unruhe kurzfristig dämpfen, behandelt aber die psychotischen Symptome nicht ausreichend.

    Quellen: S3-Leitlinie Schizophrenie

  3. 3 / 10

    Eine 32-jährige Patientin stellt sich 4 Wochen nach der Entbindung ihres ersten Kindes vor. Sie klagt über ausgeprägte Traurigkeit, Weinerlichkeit, Gefühle der Unzulänglichkeit gegenüber dem Säugling und schwere Schlafstörungen. Sie möchte ihr Kind unbedingt weiter stillen.

    Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten, welches Antidepressivum gilt in der Stillzeit als sicher und welches stark sedierende Medikament sollte wegen des Risikos von Säuglingssedierung vermieden werden?

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    Lösung: C. Postpartale Depression; Sertralin ist eine gut untersuchte Option beim Stillen; Doxepin und lang wirksame Benzodiazepine wegen möglicher Säuglingssedierung vermeiden

    Begründung: Die anhaltende depressive Symptomatik vier Wochen nach der Geburt spricht für eine postpartale Depression und nicht für den meist kurz dauernden Baby-Blues. Wenn eine medikamentöse Behandlung nötig ist, ist Sertralin wegen der geringen Exposition des Säuglings eine gut untersuchte Option; die Entscheidung berücksichtigt auch frühere Wirksamkeit und den klinischen Bedarf. Doxepin und lang wirksame Benzodiazepine werden wegen möglicher Sedierung des Säuglings vermieden.

    • A. Diazepam geht in die Muttermilch über, akkumuliert beim Säugling und führt zum 'Floppy-Infant-Syndrom'.
    • B. Lithium tritt in relevanten Mengen in die Muttermilch über und erfordert engmaschiges Monitoring bzw. Abstillen.
    • D. Eine depressive Episode im Wochenbett ist keine bakterielle Infektion und rechtfertigt keine routinemäßige Antibiose.

    Quellen: S3-Leitlinie Unipolare Depression; Embryotox-Datenbank Pharmakovigilanzzentrum Charité

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  5. 4 / 10

    Ein 78-jähriger Patient stellt sich wegen chronischer Ein- und Durchschlafstörungen vor. Er berichtet, dass er nachts häufiger aufwache und dann nicht mehr einschlafen könne. Er fordert die Verschreibung von Zolpidem, da er dies früher schon einmal erfolgreich eingenommen habe.

    Welches Risiko ist bei Z-Substanzen im Alter besonders relevant und welche Behandlung sollte bei chronischer Insomnie zuerst angeboten werden?

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    Lösung: A. Stürze, Verwirrtheit und Abhängigkeit; zuerst KVT-I, Medikamente nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und mit zeitlicher Begrenzung

    Begründung: Zolpidem und Zopiclon können bei älteren Menschen Sedierung, Verwirrtheit und Stürze begünstigen; außerdem bestehen Toleranz- und Abhängigkeitsrisiken. Die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt KVT-I als erste Behandlungsoption. Eine medikamentöse Therapie kommt mit Zurückhaltung infrage, wenn KVT-I nicht ausreichend wirkt oder nicht durchführbar ist; Benzodiazepine und Z-Substanzen sollen nicht langfristig eingesetzt werden.

    • B. Diazepam kann bei älteren Menschen ebenfalls Sedierung und Stürze verursachen und behandelt chronische Insomnie nicht bevorzugt.
    • C. Melatonin ist keine generell überlegene Behandlung der chronischen Insomnie; KVT-I bleibt die empfohlene erste Option.
    • D. Z-Substanzen verursachen nicht typischerweise Nierenversagen oder Elektrolytverluste; ein Diuretikum behandelt Insomnie nicht.

    Quellen: S3-Leitlinie Nichtorganische Schlafstörungen; PRISCUS-Liste 2.0

  6. 5 / 10

    Ein 28-jähriger Patient leidet seit 4 Jahren an einer paranoiden Schizophrenie. Unter Therapieversuchen mit Risperidon (in adäquater Dosis über 8 Wochen) und später Olanzapin (in adäquater Dosis über 12 Wochen) persistieren die produktiven Wahngedanken und akustischen Halluzinationen. Es besteht eine Therapieresistenz.

    Welches Antipsychotikum ist nun indiziert und welches engmaschige Monitoring ist zwingend erforderlich?

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    Lösung: B. Clozapin bei bestätigter Therapieresistenz anbieten; Blutbild und absolute Neutrophilenzahl gemäß aktueller Fachinformation kontrollieren; ANC wöchentlich in den ersten 18 Wochen, danach monatlich bis zum Ende des ersten Jahres und bei unauffälligem Verlauf ab Jahr zwei alle 12 Wochen

    Begründung: Nach fehlendem ausreichendem Ansprechen auf mindestens zwei adäquate Antipsychotikaversuche soll Clozapin geprüft werden. Vorher sind Adhärenz, Dosis, Behandlungsdauer und mögliche andere Ursachen für das Ausbleiben des Ansprechens zu bewerten. Wegen des Risikos einer Neutropenie sind Blutbild und absolute Neutrophilenzahl nach der aktuellen Fachinformation und den geltenden Vorgaben zu kontrollieren. Seit den aktualisierten europäischen Empfehlungen ist die Überwachung auf die absolute Neutrophilenzahl (ANC) ausgerichtet; bei Neutropenie oder Therapieunterbrechung gelten abweichende Vorgaben.

    • A. Vor Clozapin sind Adhärenz und ausreichende Behandlungsversuche zu prüfen; Haloperidol-Depot ist keine bevorzugte Antwort auf bestätigte Therapieresistenz.
    • C. Bei bestätigter Therapieresistenz ist Clozapin zu prüfen; ein EEG ersetzt nicht die vorgeschriebene ANC-Überwachung.
    • D. Ein weiterer adäquater Versuch kann im Einzelfall diskutiert werden, doch wöchentliche Leberwerte sind keine spezifische Aripiprazol-Kontrolle und Clozapin bleibt bei Therapieresistenz zentral.

    Quellen: S3-Leitlinie Schizophrenie; Fachinformation Clozapin

  7. 6 / 10

    Eine 31-jährige Patientin mit bekannter bipolarer Störung stellt sich in einer akuten manischen Episode vor. Sie schläft seit Tagen kaum noch, spricht extrem schnell (Logorrhö) und plant unrealistische finanzielle Investitionen.

    Welche medikamentöse Strategie ist zur Akuttherapie der Manie gemäß Leitlinie primär empfohlen, wenn bisher keine Stimmungsstabilisierer eingenommen wurden?

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    Lösung: C. Ein Antipsychotikum wie Olanzapin oder Aripiprazol; alternativ Lithium nach individueller Prüfung

    Begründung: Bei akuter Manie kommen je nach Schweregrad und klinischer Situation Antipsychotika oder ein Stimmungsstabilisierer wie Lithium infrage. Die Auswahl berücksichtigt frühere Wirksamkeit, Risiken, Begleiterkrankungen und Patientenpräferenzen. Antidepressiva oder Stimulanzien sind keine Akutbehandlung der Manie und können die Symptomatik destabilisieren.

    • A. Ein SSRI behandelt keine akute Manie und kann die manische Symptomatik verschlechtern oder einen Phasenwechsel begünstigen.
    • B. Methylphenidat ist kein Mittel gegen Manie und kann Unruhe sowie Schlafmangel verstärken.
    • D. Johanniskraut hat keine etablierte Wirkung gegen akute Manie und kann mit anderen Arzneimitteln interagieren.

    Quellen: S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen

  8. 7 / 10

    Ein 35-jähriger Patient mit einer bipolaren Störung nimmt seit Jahren Lithium zur Rezidivprophylaxe. Nach einer Magen-Darm-Grippe mit starkem Erbrechen und Durchfall stellt er sich mit grobschlägigem Händezittern, verwaschener Sprache (Dysarthrie), Gangunsicherheit (Ataxie) und Somnolenz vor.

    Welche Erstmaßnahme ist erforderlich und welcher klinische Befund erfordert eine dringende Dialysebeurteilung unabhängig vom Lithiumspiegel?

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    Lösung: B. Lithium pausieren, NaCl 0,9 % geben; bei Bewusstseinsminderung unabhängig vom Spiegel eine Hämodialyse prüfen

    Begründung: Erbrechen und Durchfall können durch Volumenmangel eine Lithiumintoxikation begünstigen. Lithium wird sofort pausiert, der Volumenmangel in der Regel mit isotonischer Kochsalzlösung behandelt und Nierenfunktion sowie Serumspiegel seriell kontrolliert. Bei Bewusstseinsminderung, Krampfanfällen oder bedrohlichen Rhythmusstörungen ist eine dringende toxikologische und nephrologische Beurteilung zur Hämodialyse erforderlich; die Entscheidung hängt nicht allein von einem festen Spiegel ab.

    • A. Schleifendiuretika können den Volumenmangel und die Lithiumrückresorption verschlimmern; die Dialyseentscheidung richtet sich nach Klinik, Nierenfunktion und Spiegel.
    • C. Aktivkohle bindet Lithium nicht; ein einzelner Serumgrenzwert darf bei neurologischen Symptomen die dringende Beurteilung nicht verzögern.
    • D. Kaliumchlorid steigert die Lithiumclearance nicht; entscheidend sind Absetzen, Flüssigkeits- und Natriumhaushalt sowie klinisch gesteuerte Dialysebeurteilung.

    Quellen: S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen; Fachinformation Lithiumcarbonat

  9. 8 / 10

    Ein 29-jähriger Patient leidet unter einer ausgeprägten Zwangsstörung mit Kontrollzwängen. Eine psychotherapeutische Behandlung mittels kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) mit Exposition brachte eine Besserung, reicht jedoch nicht aus. Es soll nun eine medikamentöse Kombinationstherapie etabliert werden.

    Welche Medikamentenklasse ist für die Pharmakotherapie der Zwangsstörung primär indiziert und welche Besonderheit gilt bezüglich der Dosierung?

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    Lösung: C. SSRI, bei Bedarf mit ausreichend hoher Zieldosis und ausreichend langer Behandlungsdauer

    Begründung: Wenn eine KVT mit Exposition und Reaktionsverhinderung nicht ausreichend hilft, kann ein SSRI ergänzt oder als medikamentöse Behandlung angeboten werden. Für eine ausreichende Beurteilung sind eine therapeutische, verträgliche Dosis und eine längere Behandlungsdauer nötig; eine Dosis oberhalb der zugelassenen Höchstdosis ist nicht routinemäßig angezeigt. Clomipramin ist eine mögliche Alternative nach individueller Abwägung.

    • A. Benzodiazepine haben keine etablierte Wirksamkeit gegen Zwangsgedanken und bergen bei längerer Einnahme ein Abhängigkeitsrisiko.
    • B. Antipsychotika sind keine medikamentöse Erstbehandlung der Zwangsstörung; eine Augmentation kommt allenfalls nach unzureichendem Ansprechen infrage.
    • D. Clomipramin kann bei unzureichendem Ansprechen auf SSRI eine wirksame Alternative sein, ist wegen des Nebenwirkungsprofils aber nicht regelhaft die erste Wahl.

    Quellen: S3-Leitlinie Zwangsstörungen

  10. 9 / 10

    Ein 79-jähriger Patient mit mittelschwerer Demenz und depressiver Verstimmung klagt über Schlafstörungen. Der Assistenzarzt schlägt die Verschreibung von Amitriptylin (trizyklisches Antidepressivum, 50 mg zur Nacht) vor.

    Wie ist dieser Therapievorschlag im Hinblick auf die PRISCUS-Liste (potenziell inadäquate Medikation im Alter) zu bewerten?

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    Lösung: C. Amitriptylin wegen anticholinerger, sedierender und orthostatischer Wirkungen bei Demenz möglichst vermeiden; Sturz-, Delir- und Herzleitungsrisiko prüfen; mögliche Alternativen mit geringer anticholinerger Belastung sind vorzuziehen

    Begründung: Amitriptylin hat ausgeprägte anticholinerge und sedierende Wirkungen und kann bei älteren Menschen Verwirrtheit, Obstipation, Harnverhalt und orthostatische Beschwerden begünstigen. Bei Demenz erhöhen solche Wirkungen die Belastung und können Stürze oder Delir fördern. Vor einer Schlafbehandlung sollten Ursachen der Insomnie geklärt und weniger riskante Maßnahmen erwogen werden; die PRISCUS-Liste dient als Warnhinweis, nicht als starres Verbot.

    • A. Amitriptylin verschlechtert durch seine anticholinerge Wirkung die zerebrale Acetylcholinübertragung und beschleunigt den kognitiven Abbau bei Demenz.
    • B. Höhere Dosen von Amitriptylin steigern die Toxizität und das Delirrisiko bei älteren Menschen noch weiter.
    • D. Die Kontraindikation im Alter beruht auf multiplen anticholinergen und kardiotoxischen Risiken, unabhängig vom Vorliegen einer arteriellen Hypertonie.

    Quellen: PRISCUS-Liste (Aktualisierte Version 2.0); S3-Leitlinie Demenzen

  11. 10 / 10

    Ein 54-jähriger Patient mit einer chronischen Schizophrenie wird seit 15 Jahren mit Haloperidol therapiert. Seit einigen Monaten fallen stereotype, unwillkürliche Kaubewegungen, Schmatzen und grimassierende Bewegungen der Gesichtsmuskulatur auf, die der Patient selbst kaum bemerkt.

    Um welche Komplikation handelt es sich und welches Vorgehen ist leitliniengerecht indiziert?

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    Lösung: C. Spätdyskinesie; Dosisanpassung prüfen und eine Umstellung auf Clozapin oder gegebenenfalls einen VMAT2-Hemmer erwägen

    Begründung: Stereotype orofaziale Bewegungen nach langjähriger Behandlung mit Haloperidol sprechen für eine tardive Spätdyskinesie. Die Medikation sollte fachärztlich überprüft und eine vorsichtige Umstellung, häufig auf Clozapin, erwogen werden. In ausgewählten Fällen können VMAT2-Hemmer als symptomatische Behandlung geprüft werden, abhängig von Zulassung und Verfügbarkeit. Anticholinerge Mittel wie Biperiden können tardive Dyskinesien verschlechtern; Änderungen müssen wegen des Rückfallrisikos der Psychose überwacht erfolgen.

    • A. Frühdyskinesien treten in den ersten Tagen der Therapie auf und sprechen prompt auf Anticholinergika an; Anticholinergika wie Biperiden können Spätdyskinesien jedoch sogar verschlimmern.
    • B. Ein medikamentöses Parkinsonoid zeigt Akinese und Rigor, keine orofazialen Hyperkinesien; L-Dopa würde psychotische Symptome reaktivieren.
    • D. Eine Akathisie ist eine subjektive motorische Unruhe der Beine; eine Dosiserhöhung von Haloperidol würde Spätdyskinesien langfristig massiv verschlimmern.

    Quellen: S3-Leitlinie Schizophrenie

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Fragen im Prüfungsstil, von MedHub zum Üben geschrieben. Es sind keine Originalfragen der Prüfung.