# Kenntnisprüfung Notfallmedizin: 10 Prüfungsfragen mit Lösung

> 10 kostenlose Fragen zur Kenntnisprüfung in Notfallmedizin mit Lösung und Erklärung, aus einem Katalog von 37 Fragen. Sofort üben, ohne Anmeldung.

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Last updated: 2026-10-31

Notfallmedizin prüft die ersten Minuten. Erwartet werden der strukturierte Primary Survey, die sofortige Reanimation und eine klare Entscheidung über Schockraum, Operationssaal oder Verlegung. Fragen mischen Trauma, Sepsis, Intoxikation, Rhythmusstörung und Atemwegsproblem, und die richtige Antwort ist fast immer die Maßnahme, die den Patienten stabilisiert, während die Diagnose noch offen ist. Auch die Reihenfolge der Maßnahmen wird geprüft, und die Übergabe an das nächste Team ist Teil der richtigen Antwort.

## Typische Fehler

* Die Anamnese abschließen, bevor Atemweg und Atmung versorgt sind.
* Die Sepsis nicht erkennen und Antibiotika sowie Flüssigkeit verzögern.
* Reversible Ursachen beim Kreislaufstillstand vergessen, vor allem Hypoxie und Kaliumstörung.
* Beim Trauma die Halswirbelsäule und die Log-Roll-Technik nicht beachten.

**Maßgebliche Leitlinie:** Die Prüfung folgt den Leitlinien des German Resuscitation Council und des European Resuscitation Council sowie dem ATLS-Konzept.

Zehn Fragen im Stil der Kenntnisprüfung aus der Notfallmedizin, jeweils mit Lösung und Begründung. Sie stammen aus dem Fragenkatalog von DE.med, der allein in der Notfallmedizin 37 Fragen enthält.

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1. 1 / 10  
Ein 28-jähriger Patient mit einer schizophrenen Psychose entwickelt unter einer neu angesetzten Therapie mit Haloperidol hohes Fieber (39,8 °C), ausgeprägten Muskelrigor ('Zahnradphänomen'), Tachykardie, Blutdruckschwankungen und Somnolenz. Im Labor zeigt sich eine CK von 18.000 U/l sowie eine Leukozytose.  
Welches potenziell tödliche Krankheitsbild liegt vor und welche therapeutischen Sofortmaßnahmen sind indiziert?  
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**Lösung: D.** Malignes Neuroleptisches Syndrom; Antipsychotikum absetzen, intensivmedizinisch supportiv behandeln und spezifische Medikamente fallbezogen erwägen

**Begründung:** Fieber, ausgeprägter Rigor, autonome Instabilität und stark erhöhte CK nach Beginn von Haloperidol sprechen für ein Malignes Neuroleptisches Syndrom. Das Antipsychotikum wird sofort abgesetzt; erforderlich sind engmaschige Überwachung, Kühlung, Flüssigkeits- und gegebenenfalls intensivmedizinische Behandlung. Bromocriptin oder Dantrolen können bei schweren Verläufen nach fachärztlicher Beurteilung erwogen werden.

  * **A.** Serotonerge Exposition mit Klonus und Hyperreflexie spräche für ein Serotonin-Syndrom; hier sprechen Haloperidol, Rigor und CK-Anstieg für MNS.
  * **B.** Eine akute Dystonie verursacht fokale Muskelkrämpfe, aber nicht typischerweise Hyperthermie, CK-Anstieg und autonome Instabilität.
  * **C.** Eine Sepsis muss differenzialdiagnostisch geprüft werden, doch das typische zeitliche Muster und der Rigor unter Haloperidol verlangen zusätzlich das sofortige Absetzen des Auslösers.  
Quellen: S3-Leitlinie Schizophrenie; Notfallmedizinische Leitlinien
2. 2 / 10  
Ein 2-jähriges Kind erleidet zu Hause einen fieberassoziierten generalisierten Krampfanfall, der seit 6 Minuten anhält. Der Rettungsdienst ist eingetroffen.  
Welche medikamentöse Akutmaßnahme ist jetzt vorrangig?  
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**Lösung: B.** Benzodiazepin, zum Beispiel Diazepam rektal oder Midazolam bukkal/intranasal

**Begründung:** Ein noch anhaltender Krampfanfall soll bei einer Dauer von etwa fünf Minuten oder länger mit einem Benzodiazepin unterbrochen werden, zum Beispiel mit Midazolam bukkal oder intranasal oder Diazepam rektal. Fiebersenker behandeln Beschwerden, beenden aber den Anfall nicht. Bei fortbestehendem Anfall sind Atemweg, Atmung und Kreislauf zu sichern und die Statusbehandlung fortzusetzen.

  * **A.** Paracetamol kann das Fieber und Unwohlsein lindern, beendet aber einen anhaltenden Krampfanfall nicht.
  * **C.** Phenytoin ist keine erste präklinische Maßnahme; bei anhaltendem Anfall folgen nach Benzodiazepin und klinischer Beurteilung weitere Statusmedikamente.
  * **D.** Kaltes Wasser unterbricht die zerebrale Krampfaktivität nicht und kann das Kind zusätzlich gefährden.  
Quellen: AWMF Leitlinie Fieberkrampf
3. 3 / 10  
Eine 75-jährige Frau klagt über neu aufgetretene starke Schläfenkopfschmerzen, Kauschmerz (Claudicatio masticatoria) und Sehstörungen.  
Was ist die gefürchtetste Komplikation der Arteriitis temporalis (Riesenzellarteriitis)?  
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**Lösung: A.** Irreversible Erblindung durch ischämische Schädigung des Sehnervs.

**Begründung:** Bei Riesenzellarteriitis kann ein Verschluss der posterioren Ziliararterien eine anteriore ischämische Optikusneuropathie und irreversible Erblindung verursachen. Neue Sehstörungen sind ein Notfall; hoch dosierte Glukokortikoide müssen sofort begonnen werden, ohne die Behandlung für Biopsie oder Bildgebung aufzuschieben. Eine Aortenbeteiligung kann langfristig ebenfalls auftreten und erfordert Verlaufskontrollen.

  * **B.** Ein Schlaganfall kann vorkommen, ist jedoch nicht die gefürchtetste typische unmittelbare Komplikation.
  * **C.** Eine Aortenbeteiligung ist eine relevante Spätkomplikation, erklärt aber nicht die akute Sehbedrohung.
  * **D.** Eine Glomerulonephritis ist für die Riesenzellarteriitis nicht typisch.  
Quellen: S3-Leitlinie Riesenzellarteriitis
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5. 4 / 10  
Ein 55-jähriger Mann wird nach einem schweren Verkehrsunfall bewusstlos und mit einer linksseitigen Pleurablutung in den Schockraum eingeliefert. Es ist eine notfallmäßige Thoraxdrainage erforderlich. Der Patient führt keine Ausweisdokumente oder Patientenverfügungen mit sich. Angehörige sind aktuell nicht erreichbar.  
Auf welcher rechtlichen Grundlage darf der Notarzt die lebensrettende Thoraxdrainage in diesem Moment durchführen?  
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**Lösung: D.** Auf der Grundlage des mutmaßlichen Patientenwillens und des rechtfertigenden Notstands (§ 34 StGB)

**Begründung:** Bei einwilligungsunfähigen Patienten in akuten Notfallsituationen (Lebensgefahr oder Gefahr schwerer gesundheitlicher Schäden) muss unverzüglich gehandelt werden. Da eine rechtswirksame Einwilligung des Patienten nicht eingeholt werden kann, basiert die Behandlung auf seinem mutmaßlichen Willen (im Zweifel ist vom Erhaltungswillen des Lebens auszugehen). Strafrechtlich ist der Eingriff (Körperverletzung) über den rechtfertigenden Notstand (§ 34 StGB) und die mutmaßliche Einwilligung gerechtfertigt. Sobald der Patient aufwacht oder Angehörige/Vertreter erreicht werden, muss die Einwilligung unverzüglich nachträglich eingeholt bzw. der Wille ermittelt werden.

  * **A.** Bei unaufschiebbarer vitaler Lebensgefahr handelt der Notarzt auf Grundlage des mutmaßlichen Patientenwillens (§ 630d BGB).
  * **B.** Ein Richtervorbehalt gilt nicht für unaufschiebbare notfallmedizinische Lebensrettungsmaßnahmen.
  * **C.** Das Unterlassen lebensrettender Maßnahmen bei erreichbarem Patientenwillen erfüllt den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung (§ 323c StGB).  
Quellen: § 630d BGB (Einwilligung); § 34 StGB (Rechtfertigender Notstand)
6. 5 / 10  
Ein 8 Monate alter Säugling wird mit akut einsetzenden, schubweisen (kolikartigen) Schreiattacken vorgestellt, bei denen er die Beine an den Bauch zieht. Zwischen den Attacken wirkt das Kind apathisch. Bei der Untersuchung lässt sich im rechten Oberbauch eine walzenförmige Resistenz tasten. Kurz vor der Untersuchung setzte das Kind einen Stuhl ab, der wie 'Himbeergelee' aussieht.  
Welche diagnostische Maßnahme ist als Erstes angezeigt und welche interventionelle Therapie ist bei stabilem Kind ohne Peritonitiszeichen die Methode der Wahl?  
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**Lösung: B.** Sonografie des Abdomens; bei stabilem Kind ohne Peritonitis Reposition mit Luft oder Kochsalzlösung unter Bildkontrolle

**Begründung:** Bei Verdacht auf eine Invagination ist die Sonografie die bevorzugte Erstuntersuchung und zeigt typischerweise im Querschnitt das Kokardenzeichen sowie im Längsschnitt das Pseudonierenzeichen. Beim stabilen Kind ohne Peritonitis oder Perforationshinweis erfolgt zunächst eine pneumatische oder hydrostatische Reposition unter Bildkontrolle. Bei Peritonitis, Perforation oder erfolgloser Reposition ist eine operative Behandlung erforderlich. Eine Röntgenaufnahme kann freie Luft nachweisen, schließt die Invagination aber nicht sicher aus.

  * **A.** Röntgen kann bei Komplikationen freie Luft zeigen, ist aber zur Diagnosesicherung der Sonografie unterlegen; ohne Peritonitis ist die Operation nicht automatisch die Ersttherapie.
  * **C.** Bariumeinläufe sind wegen der Perforationsgefahr und Kontamination des Peritoneums heute obsolet.
  * **D.** Eine Koloskopie ist nicht indiziert und zu invasiv.  
Quellen: S2k-Leitlinie Invagination im Kindesalter
7. 6 / 10  
Ein 34-jähriger Patient mit bekannter Depression unter Therapie mit Escitalopram wird vom Notarzt in die Klinik eingeliefert. Er zeigt Fieber (39,2 °C), ausgeprägtes Schwitzen, Tachykardie (130 bpm), arteriellen Hypertonus (170/95 mmHg) sowie Agitation und Verwirrtheit. Bei der neurologischen Untersuchung fallen ein ausgeprägter Tremor, Hyperreflexie, spontaner Klonus an beiden Sprunggelenken und Pupillenerweiterung (Mydriasis) auf. Die Ehefrau berichtet, der Patient habe wegen starker Rückenschmerzen seit gestern Tabletten eines Freundes (Tramadol) eingenommen.  
Welches Syndrom liegt vor und welche Akuttherapie ist indiziert?  
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**Lösung: A.** Serotonin-Syndrom; serotonerge Medikamente absetzen und supportiv behandeln, bei schwerem Verlauf Cyproheptadin nach fachärztlicher Abwägung erwägen

**Begründung:** Die Kombination aus Escitalopram und Tramadol mit Agitation, Tremor, Hyperreflexie und Klonus spricht für ein Serotonin-Syndrom. Serotonerge Auslöser werden abgesetzt; Behandlungsschwerpunkte sind Überwachung, Flüssigkeit, Kühlung bei Hyperthermie und Benzodiazepine gegen Agitation. Cyproheptadin kann bei schweren Verläufen erwogen werden, während die Evidenz für diese Zusatzbehandlung begrenzt ist. Die Abgrenzung zum malignen neuroleptischen Syndrom stützt sich unter anderem auf Klonus und Hyperreflexie, die hier für serotonerge Toxizität sprechen.

  * **B.** Bromocriptin ist ein Dopaminagonist beim Malignen Neuroleptischen Syndrom und würde das Serotoninsyndrom nicht spezifisch behandeln.
  * **C.** Physostigmin wird bei ausgewählten anticholinergen Vergiftungen erwogen, hat aber keine therapeutische Rolle beim serotonergen Syndrom.
  * **D.** Clomethiazol ist indiziert beim Alkoholentzugsdelir, nicht primär zur Kausaltherapie einer serotonergen Toxizität.  
Quellen: Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ); Hunter Serotonin Toxicity Criteria
8. 7 / 10  
Ein 2-jähriger Junge wird nachts mit bellendem Husten, heiserer Stimme und einem leisen inspiratorischen Stridor bei Aufregung in die Klinik gebracht. Bei der Untersuchung zeigt sich eine leichte juguläre Einziehung, das Kind ist ansonsten kreislaufstabil und nicht zyanotisch (Krupp-Syndrom Grad I-II).  
Welche pharmakologische Erstmaßnahme ist leitliniengerecht?  
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**Lösung: C.** Dexamethason 0,15 bis 0,6 mg/kg oral; bei Stridor in Ruhe zusätzlich vernebeltes Adrenalin erwägen

**Begründung:** Laryngitis subglottica (Pseudokrupp) ist eine virale Entzündung der subglottischen Atemwege, die vor allem Kleinkinder betrifft. Systemische Glukokortikoide wie Dexamethason oral werden zur Entzündungshemmung und Abschwellung der Schleimhaut gegeben. Bei schwererem Stridor in Ruhe wird zusätzlich vernebeltes Adrenalin zur raschen lokalen Vasokonstriktion eingesetzt. Eine Intubation ist schweren Verläufen mit drohender respiratorischer Insuffizienz vorbehalten.

  * **A.** Salbutamol wirkt an den unteren Atemwegen und behebt die subglottische Schwellung beim Krupp nicht.
  * **B.** Aminophyllin ist keine leitliniengerechte Behandlung des Krupp-Syndroms und gehört nicht zur Erstmaßnahme.
  * **D.** Bei mildem Krupp ohne Stridor in Ruhe wird nicht routinemäßig intubiert; die Atemwegssicherung ist schweren oder progredienten Verläufen vorbehalten.  
Quellen: AWMF-Leitlinie Krupp-Syndrom
9. 8 / 10  
Ein 4-jähriges, nicht geimpftes Kind wird mit hohem Fieber (39,8 °C), kloßiger Sprache und ausgeprägtem Speichelfluss (Drooling) in die Notaufnahme gebracht. Das Kind sitzt vornübergeneigt, atmet mühsam mit inspiratorischem Stridor und wirkt hochgradig septisch und ängstlich. Verdacht auf Epiglottitis.  
Welche Maßnahme ist zur Sicherung des Kindes als Erstes indiziert?  
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**Lösung: D.** Kind ruhig und aufrecht lassen, Sauerstoff bereithalten und ein erfahrenes Team zur kontrollierten Atemwegssicherung hinzuziehen

**Begründung:** Bei Verdacht auf Epiglottitis stehen Ruhe und die Sicherung des bedrohten Atemwegs im Vordergrund. Das Kind soll möglichst bei den Eltern und in seiner bevorzugten Position bleiben; ein erfahrenes Anästhesie- und HNO-Team bereitet die kontrollierte Atemwegssicherung vor. Racheninspektion und andere belastende Maßnahmen können eine Obstruktion verschlimmern.

  * **A.** Auch eine vorsichtige Racheninspektion oder ein Abstrich kann das Kind aufregen und bei Epiglottitis eine akute Atemwegsobstruktion auslösen.
  * **B.** Laboruntersuchungen dürfen eine erforderliche Atemwegssicherung nicht verzögern; die Blutentnahme erfolgt erst, wenn sie sicher möglich ist.
  * **C.** Hustensaft behandelt keine supraglottische Atemwegsobstruktion und eine Entlassung ohne Sicherung ist bei diesem Notfall gefährlich.  
Quellen: S2k-Leitlinie Atemwegsinfektionen bei Kindern; Pädiatrische Notfallmedizin
10. 9 / 10  
Eine 24-jährige Patientin wird nach Einnahme von ca. 30 Tabletten Amitriptylin (in suizidaler Absicht) bewusstlos in der Notaufnahme eingeliefert. Sie zeigt eine Mydriasis, trockene Haut, eine Körpertemperatur von 38,5 °C und eine Tachykardie (120 bpm). Im EKG zeigt sich eine QRS-Verbreiterung von 130 ms und ein verlängertes QT-Intervall.  
Welche lebensbedrohliche Komplikation droht akut und welche spezifische medikamentöse Therapiemaßnahme zur kardialen Protektion ist indiziert?  
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**Lösung: D.** Lebensbedrohliche Leitungsverzögerung und ventrikuläre Arrhythmien durch Natriumkanalblockade; bei breitem QRS Natriumhydrogencarbonat i.v. geben und EKG sowie pH eng überwachen

**Begründung:** Trizyklische Antidepressiva blockieren kardiale Natriumkanäle und können bei verbreitertem QRS zu Hypotonie, Krampfanfällen und lebensbedrohlichen ventrikulären Arrhythmien führen. Bei QRS-Verbreiterung ist Natriumhydrogencarbonat intravenös eine zentrale Akutmaßnahme. EKG, Blutgase und Elektrolyte müssen wiederholt kontrolliert werden, um Wirkung und Alkalisierung zu steuern; eine Hämodialyse ist wegen des großen Verteilungsvolumens nicht wirksam. Eine engmaschige toxikologische und intensivmedizinische Mitbehandlung ist bei Bewusstlosigkeit und erheblicher EKG-Veränderung erforderlich.

  * **A.** TZA sind stark proteingebunden und haben ein großes Verteilungsvolumen, weshalb eine Hämodialyse zur Toxinelimination unwirksam ist.
  * **B.** Flumazenil ist das Antidot bei Benzodiazepin-Überdosierungen; bei TZA-Intoxikation kann es lebensbedrohliche Krampfanfälle auslösen.
  * **C.** TZA-Intoxikationen führen typischerweise zu schwerer Hypotonie und Schock, nicht zu hypertensiven Notfällen.  
Quellen: Leitlinien der Gesellschaft für Klinische Toxikologie (GfKT); Möller Psychiatrie und Psychotherapie; S3-Leitlinie Unipolare Depression / Schizophrenie
11. 10 / 10  
Ein 67-jähriger Patient wird mit septischem Schock aufgenommen. Er ist somnolent und kann den Behandlungsplan nicht verstehen. Seine Ehefrau ist telefonisch erreichbar, eine Vorsorgevollmacht gibt es nicht.  
Welches Vorgehen ist richtig?  
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**Lösung: D.** Die dringende Therapie beginnt sofort nach dem mutmaßlichen Willen, parallel wird die Ehefrau als Notvertreterin einbezogen.

**Begründung:** Bei vitaler Gefahr wird die dringliche Behandlung nach dem mutmaßlichen Willen begonnen (§ 630d Abs. 1 S. 4 BGB). Parallel wird die Vertretung geklärt. Ehegatten können seit 2023 bis zu sechs Monate in Gesundheitsangelegenheiten vertreten (§ 1358 BGB), wenn der Arzt die Einwilligungsunfähigkeit schriftlich bestätigt und kein Ausschlussgrund vorliegt.

  * **A.** Ein Aufschub der unaufschiebbaren Schocktherapie ist lebensgefährlich und rechtlich nicht geboten.
  * **B.** Die Unterschrift eines Einwilligungsunfähigen ist keine wirksame Einwilligung.
  * **C.** Ohne Einsichtsfähigkeit ist auch eine mündliche Zustimmung keine wirksame Einwilligung.  
Quellen: BGB § 630d, § 1358

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