# Kenntnisprüfung Infektiologie: 10 Prüfungsfragen mit Lösung

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Last updated: 2026-10-31

Infektiologie prüft Fokus, Erreger und Therapie. Erwartet werden die Erkennung einer Sepsis, die richtige Diagnostik vor der Antibiotikagabe und die kalkulierte Therapie nach deutscher Empfehlung. Dazu kommen Meldepflichten nach dem Infektionsschutzgesetz, Impfempfehlungen der STIKO, Tuberkulose und der Umgang mit multiresistenten Erregern. Die Prüfung achtet besonders auf Hygiene, Isolation und die Anpassung nach Antibiogramm. Auch die Dokumentation der Meldung und die Information von Kontaktpersonen gehören zur Antwort. Die Prüfung fragt häufig nach der kalkulierten Therapie, bevor der Erreger bekannt ist.

## Typische Fehler

* Antibiotika geben, ohne bei stabilem Patienten Blutkulturen abzunehmen.
* Die Fokussanierung bei Abszess, infiziertem Gelenk oder Harnstau vergessen.
* Eine meldepflichtige Erkrankung nicht an das Gesundheitsamt melden.
* Die Breitspektrumtherapie trotz Antibiogramm nicht deeskalieren.

**Maßgebliche Leitlinie:** Die Prüfung folgt den AWMF-Leitlinien der DGI, den STIKO-Empfehlungen, den RKI-Ratgebern und dem Infektionsschutzgesetz.

Zehn Fragen im Stil der Kenntnisprüfung aus der Infektiologie, jeweils mit Lösung und Begründung. Sie stammen aus dem Fragenkatalog von DE.med, der allein in der Infektiologie 27 Fragen enthält.

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1. 1 / 10  
Ein 30-jähriger Mann mit tiefer, verschmutzter Schnittwunde. Letzte Tetanus-Impfung vor 4 Jahren.  
Wie ist das Vorgehen bezüglich Tetanus?  
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**Lösung: B.** Keine Auffrischimpfung, weil die letzte Dosis weniger als fünf Jahre zurückliegt

**Begründung:** Bei einer kontaminierten Wunde richtet sich die Tetanusprophylaxe nach der Zahl der bisherigen Dosen und dem Abstand zur letzten Impfung. Bei mindestens drei dokumentierten Dosen wird ab fünf Jahren nach der letzten Dosis aktiv aufgefrischt; Tetanus-Immunglobulin ist bei fehlender oder unvollständiger Grundimmunisierung relevant. Bei dieser Person liegt die letzte Impfung erst vier Jahre zurück.

  * **A.** Bei einer kontaminierten Wunde ist bei vollständiger Grundimmunisierung eine Auffrischimpfung erforderlich, wenn die letzte Dosis mindestens fünf Jahre zurückliegt.
  * **C.** Immunglobulin wird bei fehlendem oder unvollständigem Impfschutz erwogen und ersetzt bei vollständig Geimpften keine erforderliche Auffrischimpfung.
  * **D.** Eine Simultanprophylaxe ist bei vollständiger Grundimmunisierung und einer erst vier Jahre zurückliegenden Dosis nicht angezeigt.  
Quellen: RKI STIKO Tetanus
2. 2 / 10  
Eine 64-jährige Patientin mit rheumatoider Arthritis unter Dauertherapie mit Prednisolon und Methotrexat klagt über neu aufgetretene Knochenschmerzen im Lendenwirbelbereich.  
Welche Diagnose muss bei diesen neuen Schmerzen besonders bedacht werden?  
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**Lösung: C.** Osteoporotische Wirbelkörperfraktur unter Glukokortikoidtherapie.

**Begründung:** Eine Glukokortikoidtherapie erhöht dosis- und zeitabhängig das Frakturrisiko; bei neuem fokalem Rückenschmerz muss deshalb eine Wirbelkörperfraktur bedacht und gezielt abgeklärt werden. Ein Bandscheibenvorfall bleibt bei radikulärer Symptomatik eine Differenzialdiagnose, erklärt aber das erhöhte Frakturrisiko nicht. Bei nachgewiesener Fraktur sind Frakturrisiko und Osteoporosetherapie nach aktueller DVO-Leitlinie individuell zu beurteilen.

  * **A.** Ein Bandscheibenvorfall ist möglich, wäre aber eher durch radikuläre Ausstrahlung und neurologische Zeichen charakterisiert.
  * **B.** Eine rheumatoide Wirbelsäulenbeteiligung betrifft vor allem die Halswirbelsäule und ist keine typische Erklärung.
  * **D.** Methotrexat verursacht typischerweise keine fokalen Knochenschmerzen als Myopathie.  
Quellen: ESC Guidelines Endocarditis
3. 3 / 10  
Ein 58-jähriger Patient mit chronischer Nierenerkrankung im Stadium G4 zeigt im Blutbild einen Kaliumwert von 6,8 mmol/l und EKG-Veränderungen mit hohen, spitzen T-Wellen.  
Was ist die erste Maßnahme?  
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**Lösung: A.** Calcium intravenös zur Stabilisierung der kardialen Membran geben.

**Begründung:** Bei einer schweren Hyperkaliämie mit EKG-Veränderungen wird unverzüglich intravenös Calcium gegeben, um die kardiale Membran zu stabilisieren. Calcium senkt den Kaliumwert nicht; parallel müssen kaliumsenkende Maßnahmen wie Insulin mit Glukose und inhalatives Salbutamol begonnen und die Kaliumelimination organisiert werden. Bei Niereninsuffizienz ist eine dringliche Dialyse zu prüfen, wenn die Hyperkaliämie anhält oder schwer ist.

  * **B.** Eine Ernährungsumstellung beeinflusst den Kaliumwert nicht schnell genug für einen akuten kardialen Notfall.
  * **C.** Spironolacton hemmt die Kaliumausscheidung und kann die Hyperkaliämie verschlimmern.
  * **D.** Bei EKG-Veränderungen drohen lebensgefährliche Arrhythmien; die Behandlung darf nicht verzögert werden.  
Quellen: Sepsis-3 Definition
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5. 4 / 10  
Ein 36-jähriger Patient mit neu diagnostizierter HIV-Infektion und CD4-Zahl von 85/µl entwickelt Fieber, trockenen Husten und zunehmende Dyspnoe. Das CT zeigt beidseitige diffuse Milchglastrübungen.  
Welches ist die wahrscheinlichste opportunistische Infektion?  
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**Lösung: B.** Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PCP)

**Begründung:** Eine Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie tritt besonders bei fortgeschrittener HIV-Infektion und CD4-Zahlen unter 200/µl auf. Typisch sind subakute Dyspnoe, trockener Husten, Fieber und beidseitige diffuse Milchglastrübungen. Die Therapie erfolgt üblicherweise mit hoch dosiertem Cotrimoxazol; Schweregrad und Sauerstoffbedarf bestimmen das weitere Vorgehen.

  * **A.** Eine Pneumokokken-Pneumonie verursacht oft eine fokale lobäre Konsolidierung und typischerweise produktiven Husten.
  * **C.** Eine Tuberkulose bleibt bei HIV eine wichtige Differenzialdiagnose, zeigt aber häufiger noduläre, kavernöse oder miliäre Befunde.
  * **D.** Eine invasive Aspergillose tritt vor allem bei ausgeprägter Neutropenie auf und passt weniger zur typischen HIV-assoziierten Konstellation.  
Quellen: DAIG Leitlinien
6. 5 / 10  
Verdacht auf Urosepsis bei einer 80-jährigen Heimbewohnerin. Bekannte Niereninsuffizienz (GFR 25).  
Welches Antibiotikum muss in der Dosis angepasst werden?  
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**Lösung: D.** Gentamicin

**Begründung:** Gentamicin wird überwiegend renal ausgeschieden und besitzt eine enge therapeutische Breite. Bei einer eGFR von 25 ml/min müssen Dosierungsintervall und Gabe an Nierenfunktion, Körpergewicht und gegebenenfalls Wirkspiegel angepasst werden. Die nephrotoxische Wirkung ist zusätzlich zu beachten, besonders bei einer Sepsis mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion.

  * **A.** Ceftriaxon benötigt bei isolierter moderater Niereninsuffizienz meist keine Dosisanpassung, weil es zusätzlich biliär ausgeschieden wird.
  * **B.** Azithromycin wird überwiegend hepatisch eliminiert und muss bei einer eGFR von 25 ml/min meist nicht angepasst werden.
  * **C.** Doxycyclin wird überwiegend nicht renal ausgeschieden und erfordert bei dieser Nierenfunktion gewöhnlich keine Dosisanpassung.  
Quellen: Fachinformation Gentamicin
7. 6 / 10  
Ein 6-jähriges Kind stellt sich mit einer auffälligen Rötung der Wangen beidseits vor, die wie ein 'Schmetterling' aussieht und an Ohrfeigen erinnert ('slapped cheek appearance'). Am darauffolgenden Tag breitet sich ein girlanden- und netzartiges, makulopapulöses Exanthem an den Streckseiten der Extremitäten und am Rumpf aus. Das Kind ist weitgehend beschwerdefrei und zeigt kein nennenswertes Fieber.  
Welche Infektionskrankheit liegt vor, welcher Erreger löst sie aus und welche Gefahr besteht für seronegative Schwangere?  
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**Lösung: B.** Ringelröteln durch Parvovirus B19; bei fetaler Infektion kann die Hemmung der Blutbildung eine schwere Anämie und einen Hydrops fetalis auslösen

**Begründung:** Die Ringelröteln (Erythema infectiosum, 5\. Kinderkrankheit) werden durch das Parvovirus B19 (ein einzelsträngiges DNA-Virus) übertragen. Typisch ist das 'slapped cheek'-Erythem (Ohrfeigengesicht) im Gesicht, gefolgt von einem girlanden- oder netzartigen Exanthem an Rumpf und Extremitäten, welches fluktuieren kann (Verstärkung durch Wärme/Sonnenlicht). Pathophysiologie: Das Virus infiziert Erythroblasten im Knochenmark über das P-Antigen. Bei Personen mit gesteigerter Erythropoese (z. B. Sichelzellanämie) droht eine transiente aplastische Krise. In der Schwangerschaft kann das Virus diaplazentar übertragen werden. Da die fetale Erythropoese hochaktiv ist, infiziert das Virus die fetalen Erythroblasten. Dies führt zur fetalen Anämie, Kardiomegalie, Aszites und dem meist letalen Hydrops fetalis (insb. bei Infektion zwischen der 10\. und 22\. SSW).

  * **A.** Röteln zeigen ein feinfleckiges Exanthem, das im Gesicht beginnt und nicht netzförmig an den Extremitäten imponiert.
  * **C.** Scharlach zeigt ein feines, sandpapierartiges Exanthem, kein girlandenförmiges Bild.
  * **D.** Das Dreitagefieber verursacht ein anderes klinisches Bild (hohes Fieber gefolgt von Exanthem nach Entfieberung) ohne das beschriebene Schmetterlingserythem und stellt keine relevante Gefahr für Schwangere dar.  
Quellen: RKI-Ratgeber Ringelröteln (Parvovirus B19); AWMF-Leitlinie Parvovirus B19 in der Schwangerschaft
8. 7 / 10  
Ein 50-jähriger Patient mit bekannter dilatativer Kardiomyopathie und reduzierter Ejektionsfraktion (LVEF 30%) zeigt trotz Therapie mit ACE-Hemmer und Betablocker weiterhin Belastungsdyspnoe (NYHA II/III).  
Welche Therapieanpassung wird empfohlen?  
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**Lösung: D.** Umstellung auf ARNI und Ergänzung von MRA und SGLT2-Hemmer

**Begründung:** Bei HFrEF sollen die prognoseverbessernden Grundpfeiler zügig etabliert werden: ACE-Hemmer oder ARNI, ein evidenzbasierter Betablocker, ein Mineralokortikoidrezeptor-Antagonist und ein SGLT2-Hemmer. Bei fortbestehenden Beschwerden unter ACE-Hemmer kann bei geeigneten Patienten auf Sacubitril/Valsartan umgestellt werden; die übrigen Grundpfeiler werden ebenfalls ergänzt, sofern keine Kontraindikationen bestehen. Ein Wechsel erfordert eine Auswaschphase von mindestens 36 Stunden zwischen ACE-Hemmer und Sacubitril/Valsartan.

  * **A.** Digitalis senkt die Mortalität nicht und ist kein Basistherapeutikum.
  * **B.** Nicht-Dihydropyridin-Calciumantagonisten sind bei HFrEF kontraindiziert.
  * **C.** Betablocker gehören zur prognoseverbessernden Basistherapie.  
Quellen: DzkK Leitlinie Tuberkulose
9. 8 / 10  
Ein 14-jähriger, ungeimpfter Junge entwickelt schmerzhafte beidseitige Parotisschwellungen. Einige Tage später treten Fieber und eine schmerzhafte Schwellung des linken Hodens auf.  
Welche ist die häufigste extra-saliväre Komplikation von Mumps bei postpubertären männlichen Jugendlichen und welche Spätfolge ist zu befürchten?  
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**Lösung: B.** Mumpsorchitis; möglich sind Hodenatrophie und eingeschränkte Fertilität

**Begründung:** Mumps manifestiert sich primär als schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Bei postpubertären Jungen ist eine Orchitis eine häufige extraparotide Komplikation und tritt meist einige Tage nach Beginn der Parotitis auf. Sie kann insbesondere bei beidseitigem Befall zu Hodenatrophie und eingeschränkter Fertilität führen; dauerhafte Sterilität ist jedoch selten. Die Behandlung erfolgt symptomatisch, zum Beispiel mit Ruhe, Hochlagerung und Kühlung des Hodens sowie geeigneter Analgesie. Die MMR-Impfung ist die wirksame Prävention.

  * **A.** Pankreatitis kommt bei Mumps vor (Erhöhung der Serum-Amylase/Lipase), ist aber seltener als die Hodenbeteiligung in dieser Altersgruppe.
  * **C.** Die Mumps-Meningitis ist zwar die häufigste virale Meningitis bei Ungeimpften, heilt aber fast immer folgenlos aus.
  * **D.** Eine Myokarditis ist eine seltene Mumpskomplikation; häufiger ist bei postpubertären Jungen die Orchitis.  
Quellen: RKI-Ratgeber Mumps; Standardpraxis
10. 9 / 10  
Eine 28-jährige Grundschullehrerin in der 17\. SSW stellt sich vor. Sie hatte vor zwei Wochen Kontakt zu einem Kind mit Ringelröteln (Parvovirus B19). Der damals durchgeführte mütterliche Serumtest war seronegativ (IgG negativ, IgM negativ). Der aktuelle Kontrolltest zeigt nun einen Anstieg von spezifischem IgM und IgG (mütterliche Serokonversion). Die Patientin klagt über milde Gelenkbeschwerden; ein typisches schmetterlingsförmiges Erythem im Gesicht liegt nicht vor.  
Welche schwerwiegende fetale Komplikation kann durch eine Parvovirus-B19-Infektion in diesem Gestationsalter ausgelöst werden und welche invasive Therapiemaßnahme ist bei Nachweis dieser Komplikation indiziert?  
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**Lösung: B.** Hydrops fetalis bei schwerer fetaler Anämie; Chordozentese und intrauterine Erythrozytentransfusion

**Begründung:** Das Parvovirus B19 ist der Erreger der Ringelröteln. Bei Erstinfektion einer seronegativen Schwangeren (ca. 30-40 % der Frauen im gebärfähigen Alter sind nicht immun) kommt es in ca. 30 % der Fälle zu einer diaplazentaren Übertragung auf den Fötus. Das Virus repliziert sich in den erythroiden Vorläuferzellen des Fötus, was zu einer transienten aplastischen Krise führt. Da die Lebensdauer der fetalen Erythrozyten kurz ist und die fetale Blutbildung auf Hochtouren läuft, entwickelt sich eine schwere fetale Anämie. Die Folge ist ein hyperdynamer Kreislauf, mütterliches Spiegel-Syndrom und Hydrops fetalis. Das höchste Risiko besteht bei Infektionen zwischen der 10\. und 22\. SSW. Diagnostisch wird bei mütterlicher Infektion ein wöchentlicher Ultraschall inkl. Doppler der A. cerebri media (ACM-PSV > 1,5 MoM spricht für Anämie) für 10-12 Wochen nach der Infektion empfohlen. Die Therapie besteht aus der Chordozentese (Fetalblutentnahme) und der intrauterinen Erythrozytentransfusion über die Nabelschnurvene, wodurch das Überleben des Kindes in über 80-90 % gesichert werden kann.

  * **A.** Falsch. Das Gregg-Syndrom (Katarakt, Herzfehler, Innenohrschwerhörigkeit) wird durch das Rötelnvirus (Rubellavirus) ausgelöst, nicht durch das Parvovirus B19.
  * **C.** Falsch. Shunt-Einlagen werden prärupturell bei Hydrozephalus nicht standardmäßig pränatal durchgeführt und sind keine Therapie für Parvovirus-Infektionen.
  * **D.** Falsch. Aciclovir ist ein Virostatikum gegen Herpes-Simplex- und Varizella-Zoster-Viren, zeigt aber keine klinische Wirksamkeit gegen Parvovirus B19 (einem unbehüllten DNA-Virus).  
Quellen: S2k-Leitlinie Labordiagnostik schwangerschaftsrelevanter Infektionen; DGGG-Stellungnahme zur Parvovirus-B19-Infektion in der Schwangerschaft
11. 10 / 10  
Eine 58-jährige postmenopausale Patientin stellt sich mit seit einigen Wochen bestehendem Vulvajuckreiz, Brennen und leichten Kontaktblutungen vor. Bei der gynäkologischen Untersuchung zeigt sich an der rechten großen Labie ein 1,5 cm großer, indurierter, ulcerierter Herdfund.  
Welche Diagnose muss ausgeschlossen werden und welcher Schritt ist zwingend?  
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**Lösung: C.** Vulvakarzinom; Stanzbiopsie zur histologischen Sicherung

**Begründung:** Bei jedem suspekten, ulcerierten oder indurierten Vulvaherd in der Postmenopause muss zum Ausschluss eines Vulvakarzinoms eine histologische Diagnosesicherung mittels Biopsie (Stanzbiopsie) erfolgen. Schmierkuren ohne Biopsie verzögern die Karzinomdiagnose unzulässig.

  * **A.** Eine Salbentherapie ohne Biopsie verzögert bei einem ulzerierten, indurierten Herd die Karzinomdiagnose.
  * **B.** Kondylome sind meist multiple, papilläre Läsionen und nicht induriert ulzeriert.
  * **D.** Ein Bartholin-Abszess ist eine fluktuierende, schmerzhafte Schwellung am Scheideneingang, kein indurierter Ulkusbefund.  
Quellen: S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Vulvakarzinoms und seiner Vorstufen

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