# Kenntnisprüfung Gastroenterologie: 10 Prüfungsfragen mit Lösung

> 10 kostenlose Fragen zur Kenntnisprüfung in Gastroenterologie mit Lösung und Erklärung, aus einem Katalog von 32 Fragen. Sofort üben, ohne Anmeldung.

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Last updated: 2026-10-31

Gastroenterologie prüft die akute Blutung, den chronischen Darmbeschwerden und den auffälligen Leberwert. Erwartet werden die Reanimation und Risikoeinschätzung bei oberer gastrointestinaler Blutung, das Erkennen von Cholangitis und Pankreatitis und die Abklärung einer Stuhlveränderung über den Krebsverdachtspfad. Zöliakie, chronisch entzündliche Darmerkrankungen und der sichere Einsatz von Protonenpumpenhemmern kommen regelmäßig vor. Vor jeder Endoskopie zählt die Risikoeinschätzung und die Frage, ob der Patient stabil genug ist.

## Typische Fehler

* Bei oberer gastrointestinaler Blutung Zugang, Kreuzblut und frühe Endoskopie vergessen.
* Die Cholangitis übersehen, bei der Antibiotika und Gallenwegsdrainage zusammen nötig sind.
* Zöliakie bei Eisenmangel oder chronischer Diarrhö nicht abklären.
* Protonenpumpenhemmer oder NSAR ohne Prüfung von Indikation und Risiko weiterverordnen.

**Maßgebliche Leitlinie:** Die Prüfung folgt den AWMF-Leitlinien der DGVS, etwa zu Divertikelkrankheit, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, sowie dem Leitlinienprogramm Onkologie.

Zehn Fragen im Stil der Kenntnisprüfung aus der Gastroenterologie, jeweils mit Lösung und Begründung. Sie stammen aus dem Fragenkatalog von DE.med, der allein in der Gastroenterologie 32 Fragen enthält.

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1. 1 / 10  
Eine 45-jährige Frau klagt über Juckreiz und Müdigkeit. Die AP und gGT sind stark erhöht. AMA (Antimitochondriale Antikörper) sind positiv.  
Welche Diagnose ist gesichert?  
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**Lösung: A.** Primär biliäre Cholangitis (PBC)

**Begründung:** Die PBC ist eine Autoimmunerkrankung der kleinen Gallengänge. >90% der Patienten sind AMA-positiv. Therapie: Ursodeoxycholsäure (UDCA).

  * **B.** Assoziiert mit Colitis ulcerosa, Männer häufiger, pANCA.
  * **C.** ANA, SMA positiv, Transaminasen im Vordergrund.
  * **D.** Keine AMA.  
Quellen: S2k-Leitlinie Autoimmune Lebererkrankungen
2. 2 / 10  
Ein 54-jähriger Patient mit bekannter Äthyltoxischen Leberzirrhose (Child-Pugh B) wird vom Rettungsdienst mit akutem, massivem Hämatemesis in die Notaufnahme eingeliefert. Der Patient ist soporös, kaltschweißig, hypoton (80/45 mmHg) und tachykard (125 bpm).  
Welche Kombination aus medikamentöser Ersttherapie, diagnostisch-interventionellem Schritt und Ultima Ratio bei therapierefraktärer Blutung ist leitliniengerecht?  
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**Lösung: D.** Terlipressin oder Somatostatin; Notfall-ÖGD mit Varizenligatur; bei therapierefraktärer Blutung TIPS oder Ballontamponade (Sengstaken-Blakemore-Sonde)

**Begründung:** Die akute Ösophagusvarizenblutung ist eine lebensbedrohliche Komplikation des Pfortaderhochdrucks. Das leitliniengerechte Management umfasst: 1\. Kreislaufstabilisierung (vorsichtige Volumengabe, restriktive Transfusionstrategie Ziel-Hb 7-8 g/dl). 2\. Medikamentöse Therapie: Terlipressin (Vasopressin-Analogon) oder Somatostatin/Octreotid führen zur Vasokonstriktion im Splanchnikusgebiet und senken den Pfortaderdruck. 3\. Kausale Therapie: Schnellstmögliche ÖGD (innerhalb von 12 Stunden) mit Gummibandligatur (Mittel der Wahl) oder Sklerosierung. 4\. Ultima Ratio bei Versagen: TIPS (Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt) oder Ballonsonden (Sengstaken-Blakemore- bzw. Linton-Nachlas-Sonde) zur mechanischen Kompression für maximal 24 Stunden.

  * **A.** Falsch. Magenresektion ist bei Ösophagusvarizenblutung kontraindiziert. Die Sengstaken-Sonde ist keine Erstmaßnahme, sondern eine mechanische Überbrückung.
  * **B.** Falsch. Adrenalin oral ist wirkungslos und gefährlich; ein CT verzögert die lebenswichtige Blutstillung.
  * **C.** Falsch. Propranolol (Betablocker) wird zur Primär- und Sekundärprophylaxe eingesetzt, nicht zur Akuttherapie der aktiven Blutung.  
Quellen: S2k-Leitlinie Gastrointestinale Blutung; Baveno-Konsensusrichtlinien zur portalen Hypertension
3. 3 / 10  
Ein 20-Jähriger Patient hat erhöhte Leberwerte und einen Tremor. Im Auge zeigt sich ein grün-brauner Ring um die Iris.  
Wie heißt dieses klinische Zeichen?  
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**Lösung: C.** Kayser-Fleischer-Ring

**Begründung:** Der Kayser-Fleischer-Ring entsteht durch Kupferablagerung in der Descemet-Membran der Kornea und ist besonders bei neurologischem Morbus Wilson häufig. Das Zeichen allein beweist die Diagnose nicht; zur Abklärung gehören unter anderem Coeruloplasmin, Kupferausscheidung im 24-Stunden-Urin, Leberbefunde und gegebenenfalls genetische Diagnostik.

  * **A.** Fettablagerung (Alter, Hyperlipidämie).
  * **B.** Masern (Mundschleimhaut).
  * **D.** Neurofibromatose.  
Quellen: EASL Guidelines Wilson Disease
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5. 4 / 10  
Bei einer 58-jährigen Patientin mit fortgeschrittener äthyltoxischer Leberzirrhose soll die Schwere der Leberfunktionsstörung mit dem Child-Pugh-Score eingeschätzt werden.  
Welcher Parameter fließt NICHT in den Child-Pugh-Score ein?  
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**Lösung: A.** Gamma-GT

**Begründung:** Der Child-Pugh-Score umfasst fünf Kriterien: Bilirubin, Albumin, INR beziehungsweise Quick, Aszites und hepatische Enzephalopathie. Die Gamma-GT ist ein cholestatischer Laborparameter und geht nicht in diesen Score ein. Der Score dient der Einschätzung der Leberfunktionsstörung und Prognose, nicht der isolierten Diagnose einer Zirrhose.

  * **B.** Das Serum-Bilirubin ist einer der fünf Parameter.
  * **C.** Das Serum-Albumin ist einer der fünf Parameter.
  * **D.** Der INR bzw. Quick-Wert ist einer der fünf Parameter.  
Quellen: Leitlinie Leberzirrhose
6. 5 / 10  
Ein 62-jähriger Patient mit akuter Divertikulitis stellt sich vor. Das CT zeigt eine gedeckte Perforation mit einem lokalisierten Abszess von 4,5 cm Größe im kleinen Becken ohne Anzeichen einer freien Perforation oder Peritonitis (CDD Typ 2b / Hinchey Typ Ib/II).  
Welches Vorgehen ist gemäß der S3-Leitlinie Divertikelkrankheit indiziert?  
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**Lösung: B.** Stationäre Aufnahme, intravenöse Antibiose und sonografisch oder CT-gesteuerte Abszessdrainage

**Begründung:** Bei einer komplizierten Divertikulitis mit Abszessbildung (CDD Typ 2b) von über 3 cm Größe ist die Kombination aus intravenöser Antibiotikatherapie und bildgesteuerter (CT oder Ultraschall) perkutaner Drainage das empfohlene Vorgehen. Dies führt in der Akutphase meist zur Stabilisierung, sodass eine spätere Resektion im entzündungsfreien Intervall (ca. 6 Wochen später) elektiv und einzeitig (ohne Stoma) durchgeführt werden kann.

  * **A.** Nur bei freier Perforation oder Sepsis/nicht beherrschbarem Befund indiziert.
  * **C.** Falsch, ein Abszess erfordert zwingend eine stationäre Überwachung und Antibiose.
  * **D.** Kontraindiziert! Eine Koloskopie in der Akutphase birgt ein extremes Perforationsrisiko.  
Quellen: S3-Leitlinie Divertikelkrankheit / Divertikulose
7. 6 / 10  
Ein 58-jähriger Mann hat keine Beschwerden, fragt aber nach dem wichtigsten vermeidbaren Infektionsrisiko für ein distales Magenkarzinom vom intestinalen Typ.  
Welcher Erreger ist der wichtigste Risikofaktor?  
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**Lösung: D.** Helicobacter pylori

**Begründung:** Eine chronische Infektion mit Helicobacter pylori kann über chronisch-aktive Gastritis, Atrophie und intestinale Metaplasie zur Karzinomentstehung beitragen. Eine Eradikation senkt das Risiko für ein Magenkarzinom, beseitigt es bei bereits fortgeschrittenen Schleimhautveränderungen aber nicht vollständig.

  * **A.** Assoziiert mit Lymphomen/Nasopharynx-CA.
  * **B.** Zervix, Kopf-Hals, Anal.
  * **C.** Leberzellkarzinom.  
Quellen: S3-Leitlinie Magenkarzinom
8. 7 / 10  
Ein 56-jähriger Patient mit langjährigem Reflux hat endoskopisch einen histologisch bestätigten Barrett-Ösophagus mit intestinaler Metaplasie im distalen Ösophagus.  
Welches Karzinomrisiko ist erhöht?  
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**Lösung: A.** Adenokarzinom

**Begründung:** Beim Barrett-Ösophagus ersetzt intestinales Zylinderepithel das Plattenepithel im distalen Ösophagus. Diese Metaplasie erhöht vor allem das Risiko für ein Adenokarzinom; das individuelle absolute Risiko hängt unter anderem von Dysplasie und Barrett-Ausdehnung ab.

  * **B.** Risikofaktoren: Alkohol, Rauchen (oberer Ösophagus).
  * **C.** Stromatumor, meist Magen.
  * **D.** Barrett ist eine Präkanzerose.  
Quellen: S3-Leitlinie Ösophaguskarzinom
9. 8 / 10  
Ein 67-jähriger Patient entwickelt Fieber und zunehmende Schmerzen im linken Unterbauch. Bei der Untersuchung besteht ein lokaler Druckschmerz ohne generalisierte Abwehrspannung.  
Welche Diagnose wird auch als 'Linksappendizitis' bezeichnet?  
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**Lösung: A.** Akute Sigmadivertikulitis

**Begründung:** Eine akute Sigmadivertikulitis verursacht häufig linksseitige Unterbauchschmerzen, Fieber und lokalen Druckschmerz. Die Diagnose wird anhand der klinischen Untersuchung und bei Bedarf durch Bildgebung, meist Sonographie oder CT, gestellt; eine Koloskopie wird während der akuten Entzündung wegen des Perforationsrisikos in der Regel vermieden.

  * **B.** Eher B-Symptomatik, Stuhlveränderung, selten akuter Schmerz.
  * **C.** Blutige Diarrhoen.
  * **D.** DD bei Frauen, aber 'Linksappendizitis' meint meist Divertikulitis.  
Quellen: S3-Leitlinie Divertikelkrankheit
10. 9 / 10  
Bei einem 68-jährigen Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und diastolischer Herzinsuffizienz soll die antidiabetische Therapie angepasst werden. Die eGFR beträgt 65 ml/min.  
Welche Substanzklasse bietet bei Typ-2-Diabetes und Herzinsuffizienz einen prognostischen Nutzen?  
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**Lösung: C.** SGLT2-Inhibitor (z. B. Empagliflozin)

**Begründung:** SGLT2-Hemmer wie Empagliflozin oder Dapagliflozin reduzieren bei Herzinsuffizienz das Risiko für Herzinsuffizienzereignisse und sind bei geeigneten Patienten mit Typ-2-Diabetes und Herzinsuffizienz unabhängig vom HbA1c zu erwägen. Pioglitazon kann Flüssigkeitsretention und Herzinsuffizienz verschlechtern. Saxagliptin ist bei Herzinsuffizienz wegen eines möglichen erhöhten Hospitalisierungsrisikos ungünstig.

  * **A.** Sulfonylharnstoffe haben keinen kardiovaskulären Nutzen und erhöhen das Hypoglykämierisiko.
  * **B.** Glitazone verschlechtern eine Herzinsuffizienz und sind kontraindiziert.
  * **D.** Saxagliptin erhöhte in Studien die Herzinsuffizienz-Hospitalisierungen.  
Quellen: S3-Leitlinie Pankreatitis
11. 10 / 10  
Ein 2-jähriges Mädchen präsentiert sich mit chronischer Diarrhö, geblähtem Abdomen, mangelnder Gewichtszunahme (Gedeihstörung) und Muskelhypotrophie. Die Verdachtsdiagnose einer Zöliakie wird gestellt. Der Gesamt-IgA-Spiegel ist altersentsprechend normal.  
Welcher Antikörpertiter im Serum ist gemäß den aktuellen ESPGHAN-Leitlinien der sensitivste und spezifischste Erstliniensuchtest und unter welchen Bedingungen kann bei Kindern auf eine diagnostische Duodenalbiopsie verzichtet werden?  
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**Lösung: A.** Erstlinientest: tTG-IgA bei normalem Gesamt-IgA; Biopsieverzicht bei tTG-IgA über dem 10-Fachen der Normgrenze und positivem EMA-IgA in einer zweiten Blutprobe

**Begründung:** Bei Verdacht auf Zöliakie wird zunächst tTG-IgA zusammen mit Gesamt-IgA bestimmt, während das Kind weiterhin glutenhaltig isst. Ein Gesamt-IgA-Mangel kann IgA-basierte Tests falsch negativ erscheinen lassen; dann kommen IgG-basierte Tests infrage. Bei tTG-IgA über dem 10-Fachen der oberen Normgrenze kann nach ESPGHAN auf eine Duodenalbiopsie verzichtet werden, wenn EMA-IgA in einer zweiten Blutprobe positiv ist. Ein positiver Suchtest allein reicht für diesen biopsyfreien Diagnoseweg nicht aus. Bei niedrigeren Titern wird die Diagnose in der Regel histologisch gesichert.

  * **B.** Gliadin-Antikörper der älteren Generation sind zu unspezifisch und nicht mehr empfohlen. Ein Verzicht auf die Biopsie erfordert strenge Titergrenzen.
  * **C.** tTG-IgG wird primär nur bei selektivem IgA-Mangel bestimmt; bei Kindern unter 2 Jahren sind zudem deamidierte Gliadin-IgG-Antikörper (dGP-IgG) sensitiver.
  * **D.** Die HLA-Typisierung besitzt zwar eine hohe Sensitivität (hoher negativer prädiktiver Wert), ist aber bei ca. 30 % der Normalbevölkerung positiv und daher ungeeignet zur definitiven Diagnosestellung ohne Biopsie.  
Quellen: ESPGHAN Guidelines for Diagnosing Coeliac Disease; S2k-Leitlinie Zöliakie

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